Heimatland

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Mein Blick verliert sich
am Horizont
zwischen Himmel und Land
zwischen flirrender Sonne
und wirbelndem Staub

ein Bild steigt auf
Konturen im Licht
Erinnerungstropfen
vergangener Zeit

eine Legende schlummert
in Dunkelhöhlen
träumt von Erlösung
und Dechiffrierung

schenk mir ein Zeichen
ins Schattenbewusstsein
zieh mich behutsam
ins Heimatland
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Geheimnisvoller Zauber

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Wenn die Nacht
ihre Sternenkelche öffnet
lockt der Ruf der Sehnsucht
und brennt Träume in den Schlaf.

Wo sind wir im tiefsten Traum,
wenn Liebe in uns erwacht
und wir mit den Sternen leuchten?

Wir strecken uns im Morgenlicht,
spüren den geheimnisvollen Zauber,
der verborgen in uns lebt und wirkt,
bis wir wieder traumversunken schweben
in sternenklarer, dunkler Nacht.
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Wolkenschiff

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Wolken ziehen am blauen Himmel
Gedanken kommen und gehen
dazwischen vielleicht eine Träne –

heimatlos stehe ich am Ufer
Mond und Sterne spiegeln sich
im Fluss der Gefühle –

in der Frühe singt ein Vogel
rätselhaft verrinnt die Zeit
im Weltenlauf des Seins –

still empfange ich Freude
in meiner entrückten Seele
die sich zum Himmel streckt –

was wendet sich der Sehnsucht zu
wenn nicht die Liebe
in ihrer Unfassbarkeit –

die Sonne wirft ihre Strahlen
über die Erdenschwere
ich warte auf ein Wolkenschiff
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Wie ein Engel

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Nachts,
wenn die Einsamkeit
durch stille Räume zieht
fällt das Glück der Träume
in dürstende Seelen
und für einen Augenblick
blühen die Sterne wie Blumen.

Träume hinterlassen Spuren,
-beinahe wie ein Engel,
der dich sanft im Inneren berührt-

wie ein feiner unsichtbarer Zauber
in die Wirklichkeit
des Lebens geschickt.
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Innenschau

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Schau
der Mond wandert über den See
ein Uhu ruft und zerreißt die nächtliche Stille
gespenstisch lacht ein Spiegelbild im Dunkeltraum
Bäume kichern knarzend im Wind
aufgescheuchte Nachtvögel flattern
hinter zitternden Augenlidern
Schatten steigt auf wie eine drohende Wolke –

Schau
Sterne beugen sich in den Morgen
Asche fällt vom Himmel wie verbrannte Ängste
nichts bleibt wie es war, bis ein Sturm
den Grauschleier von der Seele fegt
die Kammern des Herzens wieder belebt
und wie von einem Blitzstrahl getroffen
ein Leuchten durch den Innenraum zieht
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Geborgen

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Wenn du magst,
dann lehn dich an,
wie an einen uralten Baum –

auch wenn meine Wurzeln
nur locker verankert,
treiben Zweige gen Himmel
und atmen Licht –

vielleicht sind wir auch
wie wankende Halme im Wind,
die sich halten und schützen
und in der Liebe geborgen sind –

manchmal sind wir wie Kreise,
die sich langsam umkreisen
und doch in einem Ganzen
miteinander verwoben sind.
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Widerhall

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Tief
unter all den Schichten
von Schatten und Schein
schläft ein Vögelchen
mit gestutzten Flügeln

Träume
eingebettet im Gefieder
weben lebhafte Muster
durch die Sehnsucht fällt

Leise
hinter geschlossenen Augen
tropfen Tränen in die
Klangschale der Seele und
schwingen bis zum Widerhall
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Schneebedeckt

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Wie schneebedeckt sind manche Worte,
liegen schlummernd unter der Oberfläche –
ungesagt, noch nicht einmal gedacht.

Wie ein Kribbeln auf der Haut,
sind sie zu spüren,
nicht die Worte selbst,
sondern das Vibrieren der Seele –
wie der Harfe Klang
in einer spiegelklaren Nacht.
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Laute Stunden

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Laute Stunden sind vergangen,
in denen sich Stille sehnte nach Stille,
als wollte sich die Nacht in den Tag legen,
damit Träume sich neu erwecken,
um nur nicht verloren zu gehen.

Wie ein Geheimnis steigt der Morgen
aus der Dämmerung ins Licht,
als wollte Sehnsucht sich
in alle erwachenden Sinne heben,
um zu erinnern an des Lebens Sein.

Niemals wird in lauten Stunden
ein ahnendes Bild entstehen,
nur leise schält sich aus der Stille
ein Gefühl für die Dinge,
die durch die Seele ziehn.
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Tragen

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Du trägst mich durch die Nacht,
wenn ich weine
und dein Herz spüre
im Rhythmus des meinen.

Meine Sehnsucht flackernd
wie eine Kerze,
wenn Mondlicht sich im See
der Gefühle bricht.

Wo bin ich, wenn ich träume,
du über mir wachst
und ich mich fallen lasse
ins Zeitlose deiner Seele…
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Zeichen

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So gern würde ich
Zeichen
in den Himmel schreiben –
zwischen Mond und Sterne
eine Spur legen
in leuchtenden Lettern,
damit das Innere nach außen dringt,
die Wortlosigkeit sich in Bewegung setzt
und etwas von der Schwere nimmt.
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Ein Versuch

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Ein Stern
in meinen Händen
-es scheint er träumt-
ich umschließe ihn sacht,
damit er sich nicht erschreckt –

ein Schneestern
er schmilzt
zurück bleibt ein Tropfen
in hohler Hand –

wie eine Träne,
die Wärme sucht
und sich im Unbekannten
schützend findet.
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Sternenworte VII

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Wie sehr ihr mir fehlt,
ihr Sternenworte
und wie schön,
wenn ihr euch zeigt.
Viel mehr als Worte
seid ihr für mich
und meine Seele dürstet,
wenn die Quelle versiegt.
Jedes fallende Wort
auf Papier, in die Tastatur,
ist wie ein Stern,
der meine Seele erhellt.
Es ist Freude pur,
Sternenworte zu schreiben,
zu lesen, zu fühlen und schauen –
wie im Verweilen
ersehnter Sternenheimat
und gespürtem Glück.
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Kindheitserinnerungen II

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Ich stehe fröstelnd am Fenster.
Zwischen den noch kahlen Bäumen auf dem Friedhofsplatz
leuchtet verschwommen der Mond.
Auf den Gräbern flackern vereinzelt Lichter.
Vom Himmelszelt funkeln Sterne
in diese eine, fast klare, dunkle Nacht
dieser Besuchstage im Elternhaus.
Erinnerungen vermischen sich mit Jetzt-Blicken,
versetzen mich zurück in meine Kinderzeit.

Auch da stand ich oft lange fröstelnd nachts am Fenster,
ließ mich einfangen von Mondlichtstimmungen und Grabesstille,
bis mich die Müdigkeit überfiel und ich in den Schlaf sank.
Morgens weckte mich das Gurren der Holztauben
und die großen Uhus auf den Friedhofsbäumen stießen
ihren gespenstischen Schrei in die Stille,
bevor sie im Tageslicht verstummten.

Alles ist mir so vertraut, nur die Uhus gibt’s heute nicht mehr.
Weit in der Ferne rauscht ein Zug vorbei,
Autos rattern schneller und lauter über die unebene Straße. –
Der Tag erwacht, die Stimmungen der Nacht sind in mir verankert
und leben in mir, werden immer sein, egal an welchem Ort ich mich befinde.
Manches erscheint genauso, als wäre die Zeit stehengeblieben,
anderes im Außen und Drumherum hat sich verändert.
Die elementaren Fragen von damals bleiben bis heute
beim Blick in die Sterne, in die Weite.

Erinnerungen leben auf und verblassen wieder,
alles kommt und vergeht,
Gräber verschwinden, neue entstehen –
Leben und Tod
und über allem die Sterne,
ewiglich funkelnd in die Stille der Nacht.

Manchmal frage ich mich, ob es mich geprägt hat,
direkt neben dem Friedhof groß geworden zu sein,
mit Blick auf den Tod, das Vergehen, die Grabesstille,
das Spüren von Stimmungen und Leid,
bis hin zur Freude, der mit Blumen geschmückten Gräber,
die im Erblühen von Leben und Schönheit zeugen.
Es hat mir nie Angst gemacht, macht es auch heute nicht,
es ist gerade so, als wäre der Tod mir schon immer vertraut
mit seinem Geheimnis und in seiner Melancholie.
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Sternenwelt

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So weit weg seid ihr Sterne mir,
so grenzenlos und unerreichbar
und doch auch so nah.
So sehr spüre ich etwas
von Heimat und Zuhause
beim Blick in die unendliche Weite.

So verborgen liegt ein Geheimnis
im Funkeln der Sternenwelt
und ein vages Ahnen befällt mich,
schleicht sich ein wie verloren
gegangene Erinnerungen,
einer vergessenen, anderen Welt.
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Traumroute

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Wie nah bist du mir
auf deiner Traumroute
zwischen all den Sternen,
dem Funkeln und Strahlen,
dem Locken und Rufen
zartschimmernder Wesen
ferner mystischer Galaxien –
mein Herz pocht laut,
kannst du die Melodie hören,
die in nächtliche Gefilde dringt
und Sehnsucht eine Spur legt
durch Raum und Zeit,
um das Geheimnis zu entdecken,
das sich in die Ewigkeit schreibt.
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Seelenblick

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Immer wieder sehe ich dich
mit meinem tiefen Seelenblick,
wie ein Magnet ziehst du mich zu dir,
drehst dich in meiner Gefühlsspirale,
als wärst du ganz nah bei mir –
doch bist du mir so unbekannt
in der Vielheit deiner Facetten,
die auf mich wirken wie ein Geheimnis,
das mich dich schwer erkennen lässt –
und doch weiß ich zutiefst in mir,
in unseren Seelen spiegelt sich etwas,
das uns verbindet und strahlen lässt.
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Unwirklichkeit

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Hörst du die Bäume flüstern
im Rauschen des Windes,
siehst du das Mondlicht flackern
in den engen dunklen Gassen –
plötzlich sind da Risse im Traum,
etwas bröckelt langsam,
Befremdlichkeit in der Fremde.
Im künstlichen Licht der Laterne
fühle ich die Unwirklichkeit
meines Seins
und in der Stille der Nacht
zieht mein Sehnen mich
in die Ferne des Unbekannten,
Unbegreiflichen,
bevor meine Seele in Kälte erstarrt.
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Vermissen

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Ich vermisse nicht so sehr
all die unausgesprochenen Worte,
ich vermisse
all die ungeküssten Küsse
und Zärtlichkeiten,
die in unserem Sehnen liegen,
in den Gedanken
und dem untrüglichem Gefühl
füreinander –
wenn ich meine Augen schließe,
meine Seele sich ausdehnt
bis zu den Sternen und zurück,
dann frage ich mich,
wie geht es dir damit..
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Verquer

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Bitte geh nicht,
auch wenn du gar nicht da bist –
es ist so ein beruhigendes,
wärmendes Gefühl,
auch wenn ich es gar nicht
wirklich erklären kann.

Es ist schön,
wenn du da bist,
etwas von deiner Seele zu spüren ist,
auch im Unscheinbaren.

Vielleicht denkst du ja,
dass ich verrückt bin,
vielleicht bin ich das zuweilen sogar –
meine Seele passt in kein Schema
und doch sind ihr Grenzen gesetzt.

Ich weiß nicht,
wohin mich das Leben noch führt,
bisher bin ich nicht angekommen
und vermutlich werde ich das nie –
denn wie kann es Ankommen geben,
wo alles Wandel ist
und ich mich fühle wie
ein Wanderer durch die Zeit.
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Poesie

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Ich mag Poesie,
die sich in zart-feinen Worten
offenbart
und als wärmendes Gefühl
sich in meine Seele legt,
mein Herz berührt und bewegt
und wie ein Zaubertrank
wieder etwas ins Leben holt,
das sich so lange
hinter Ängsten
und dunklen Schatten versteckt.
Es sind nicht die Worte,
es ist der Klang,
der tief in mich eindringt
und Stück für Stück
etwas aufbricht und wegbricht,
damit das Licht
wieder in mir
und aus mir
scheinen kann.
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Betrachtungsweise

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Wie ein Rädchen in einem Uhrwerk
laufe ich, nur oft anders als vorgegeben,
anders als erwartet,
in meinem eigenen Tempo,
ohne Hast und Eile,
ohne Bedrängnis
zuzulassen, loszulassen –
zu betrachten das Spiel des Lebens,
indem ich meine Kreise drehe
in meiner ganz eigenen Weise,
auch wenn’s seltsam erscheint
oder gar missfällt.

Trotzdem spür ich die Zugkraft
unsichtbarer Fäden –
lasse mich ein
auf das Geheimnis des Seins
gespiegelter Träume,
gespiegelter Sehnsucht
fernab laufender Zeiger, tickender Uhren
zeigt sich Seelennähe hinter Worten,
hinter Schatten und Schein
im zeitlosen Rhythmus und Klang
endlos weiter Sternenräume.
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Mit dem Wind verschickt

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Du weißt nicht um meine Seele,
die Last und den Schmerz
und nicht um mein Herz,
das sich windet
zwischen Licht und Schatten.

Was kann ich wissen,
um deine Seele,
kenne ich mich selbst nicht
bis in den tiefsten Grund.

Was bewegt uns,
was zieht uns in Abgründe
und holt uns wieder heraus..
Kein Verstand, keine Vernunft
kann erklären was vorgeht in uns,
nur suchen, puzzeln und konstruieren –
hilfreiches Beiwerk,
manchmal auch Hindernis.

Was haben wir
und könnten mehr vertrauen,
außer unserem eigen Gespür,
einer Ahnung, einem Gefühl,
unserem tiefsten Inneren,
der Seele, entsprungen –
im Herzen geschützt
und gedanklich
mit dem Wind verschickt.
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Warum ist das Wesentliche so rätselhaft,
unfassbar, unbegreiflich –
wie eine Fata Morgana
löst sich alles auf in Nichts
beim Versuch des näheren Betrachtens.

Etwas tritt in meinen Wahrnehmungsraum,
um im nächsten Moment zu entschwinden.
Zurück bleibt ein Eindruck, ein Gefühl,
vielleicht eine Ahnung –
wie beim Blick in die Weite
des nächtlichen Sternenhimmels.

Das Universum, das so unendlich erscheint
und das Gefühl, etwas trägt und hält
in all den Wirren –
und manchmal vielleicht jemand
der uns rätselhaft seelennah ist.
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Rotflammender Mohn

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Mohnblüte (Foto von mir, heute fotografiert und bearbeitet und nachträglich eingestellt)

Mohnblüte
(Foto von mir, heute fotografiert und bearbeitet und nachträglich eingestellt)

Rotflammender Mohn
vom Sonnenlicht durchglüht

in Fülle und Pracht
signalisierst du lockende Schönheit
auf Sommerwiesen.
Lädst ein zum Träumen und Verweilen
betörst mit schlafwandlerischem

purpurnem Geheimnis –
so zerbrechlich durchschimmernd,
wie ein Hauch
von sanftem mildem Wind geküsst,

bewegst du deine Blütenblätter,
die mich streifen –
wie ein Blick,
der tief in meine Seele dringt
und etwas in mir wunderbar
zum Klingen bringt.
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Pulsierendes Leben

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Ich schaue hindurch
das zartgliedrige Blütenblatt,
sehe die feinen Verästelungen
wie kleine Äderchen
und erkenne darin
pulsierende Schönheit,
die sich in Gestalt ausdrückt
und Liebe zum Leben
im Erblühen
kokettierend im Duft –
welch anmutendes Wesen
verborgen in immerwährend
Wiederkehr
und hingebungsvoller Lust
zum sich Verströmen
im Daseinsraum des Hier.

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Tagtraum

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Kleine, leuchtende Lichtfäden
tanzen vor meinen Augen
beim Blick ins Himmelsblau
und ich denke an dich –
spüre dich,
wenn ein sanfter Windhauch
mein Haar verweht,
als wärst du für einen Moment
hier direkt bei mir,
um mir eine Haarsträhne
aus dem Gesicht zu streichen
und die Tiefe unserer Blicke
durchdringen sich geheimnisumwoben.
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Einst..

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Im Winter suchte ich den Frühling,
jetzt klopft er an die Tür –
ich lass ihn rein
und meinen Innenraum durchfluten
mit Sonnenlicht so hell und warm
und meine Seele setzt die Segel,
nimmt Kurs in Richtung Sommerland,
wo einst in klaren, lauen Nächten
sich ein Zauber um mich legte
und seitdem als Erinnerung
tief in mir
für immer brennt.
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Ein Fremder ganz nah

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Wie kann es sein,
dass ich in deinen Worten finde,
was ich nicht zu sagen vermag.
Als schriebest du direkt
aus meiner Seele heraus –
jedes einzelne Gefühl,
alles was ich je ersehnte,
was lange schon in mir lebt und bebt,
auch jeden Schmerz und jede Träne.

Wie kann es sein,
dass ich mich in dir finde,
in all meinen Träumen und Wünschen,
im Klang deiner Worte,
die in mir sprechen, wie die meinen.

Deine Suche ist meine Suche,
du bist mir näher als nah,
berührst mich tiefer als tief.
Deine Liebe ist meine Liebe,
die in uns blüht und uns umgibt
wie ein zartschimmernder Schleier,
der sich zwischen uns gelegt,
nur hauchdünn vom Erkennen getrennt.
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Schneeschmelze

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Sonne
Schneeschmelze –
deine Worte klingen in mir
wie eine zauberhafte Melodie –
das Ungesagte meiner Seele
schicke ich auf die Reise
wie einen warmen Atemzug,
der dich erreichen möchte,
aber alles zerrinnt und schmilzt,
wie Schneekristalle in der Sonne.
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…ja…

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Manchmal ist sie ganz leise
und lebt im Verborgenen,
aber sie ist da, immer,
denn niemals geht es ohne sie.
Ich lasse nie zu, dass sie geht
aus dem Herzen,
denn nur sie ist Kraft und Motor
und erhält am Leben.

Sie hält, sie trägt,
zuweilen verleiht sie Flügel
und auch wenn manchmal
ihre Süße bitter wirkt
ist sie Lebenselixier,
lebendig im Sehnen,
sich beständig verströmend
durch alle Gefühlsregungen
hin zum anderen wandernd –
in der Bejahung
zum Leben und Sein.

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Sternenband

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Für einen winzigen Moment
schien mein Herz stillzustehen.
Schnell flocht ich ein Band
aus Sternen,
damit ich den Weg nicht verlier
entlang der Fantasie,
die manchmal absinkt
in leere Gemächer –
dann hangle ich mich wieder
am Sternenband nach oben
durch leuchtende Räume
voller Inspirationen,
die eingewoben sind
in all die vielen Sterne,
damit sie nicht verloren gehen
und wir sie jederzeit
in uns und im anderen
wieder finden,
um das Geheimnisvolle
miteinander zu verbinden.

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Worte

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Worte
balancieren über schmalen Grat,
über Abgründe hinweg,
in Abgründe hinein,
versuchen Brücken zu bauen,
um sie dann wieder zu zerstören –
nur manchmal, in seltenen Fällen,
gelingt es vorzudringen,
zum Wesen, hinter den Worten,
hindurch die Abgründe
bis tief ins Narbengeflecht,
um dahinter
ins wortlose Verstehen
zu fallen.
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Wintergedanken

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Frostig, klirrende Kälte,
Raureif überzieht das Grau.

Noch schlummern Traumgedanken
vergangener Mondnacht,
bis im Morgenlicht der Sonne
das Sternenfunkeln erlischt.

Leise flüstert der Wind
von wundersamen Dingen,
die hoffnungsvoll
herzwärts wandern
und kalte Stunden nehmen.

Himmelsblau soweit der Blick,
in zeitenlos Gefühl versunken
erblüht der Frühling bereits
an Winterzweigen
und erzählt vom Sommerglück.
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Gedanken

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Unwissend, nur vom Ahnen getragen
wandele ich durch die Zeit.
Mit dem ersten Atemzug
bis zum letzten versuche ich
zu begreifen, was niemals
mit dem Verstand zu begreifen ist.
Ein Blinzeln in die Sonne
erwärmt mein Herz,
sowie ein Blick in die Sterne
mich wie magisch anzieht
und fasziniert.
All die Mysterien, das Verborgene
hinter dem Sichtbaren
sind mir fremd wie auch vertraut,
sowie vieles,
von dunkel bis hell,
das ich in anderen erkenne
auch in mir selbst schlummert.
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Ach..

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Ach, wie groß ist dein Schmerz,
wieviel Tränen weinst du?
Ach sag, deine Trauer,
wann geht sie?
..und warum weiß ich davon,
wo ich doch nichts weiß.
Welches Geheimnis
verbirgt sich im Leben
und welches im Sterben.

Ich schau zu den Sternen,
der Blick in die Weite,
die mich umfängt.
Ach, erzähl mir
von deinem Sehnen,
das in dir ist,
mal leise schlummernd,
dann laut und fordernd
und niemals erlischt.

Ach, weißt du
Sterne explodieren,
Welten gehen unter
und formen sich neu.
Wir kommen und gehen,
sind Wanderer durch
Zeit und Raum hindurch,
nicht nur in unseren Träumen
und irgendwo gibt es
immer wieder
einen Anfang und Licht.
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Für wen ich schreibe und warum

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Es schreibt aus mir heraus
was in mir ist,
was mich bewegt,
nach draußen drängt,
was mich bedrückt
oder beengt.

Es schreibt aus mir heraus
von Sehnsucht, Träumen,
Hoffnung, Wünschen und Liebe
und manch anderes
was mein Herzblut geweckt.

Es schreibt aus mir heraus
von dem, was ich erkannt,
was ich erfahren und gesehen,
auch von Wegen,
in die ich mich verrannt.

Es schreibt aus mir heraus
vieles, was mein Leben
und mich ausmacht
und doch ist so manches
nur in den Pausen
und Leerräumen
verborgen und versteckt.

Es schreibt aus mir heraus
für dich und mich und jeden,
der sich oder etwas darin findet
und angesprochen fühlt,
dessen Herz und Seele
tief berührt und bewegt
in Resonanz damit geht.
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(Die Frage von Dunkelpoet, für wen ich schreibe, hat mich zu diesen Zeilen angeregt)
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Rätsel

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Das Leben gibt viele Rätsel auf,
manche werden gelöst, andere nicht.

Die Rätsel, die sich mir gerade stellen
zeichnen lauter Fragezeichen in meinen Kopf.

Bin schon ganz verwirrt, übe mich in Geduld.
So schwer Warten und Geduld auch zuweilen sind,
für mich war es erfahrungsgemäß meistens
die beste Entscheidung.
Denn wie ich schon mal vor längerer Zeit schrieb:

Am schlimmsten ist es zu warten.
Es geschieht nichts und doch geschieht etwas.
Das ist sehr schwer zu verstehen.

Der Wind flüstert,
ich lausche
und warte.

…und in diesem Warten
wandert wie von alleine
alles an seinen zugehörigen Platz.
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Ein paar Gedanken zu Melancholie

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Melancholie ist für mich eine Stimmung von Traurigkeit, die die tiefe Sehnsucht der Seele ausdrückt.
Etwas möchte heraus, möchte sich zeigen, möchte ins Leben gebracht werden.
Etwas ist nicht stimmig mit uns oder unserer Lebensweise, wir leben uns nicht selbst, sondern werden gelebt oder funktionieren mehr oder weniger nur in einer Welt, in der Gefühle, Sehnsucht, Sensibilität eher als negativ besetzt gelten. Deshalb wird Melancholie oft als krankhaft und depressiv abgetan. Dabei möchte sie doch nur einen Weg zeigen sich auszudrücken oder etwas zu verändern oder auszuleben, was bisher im Verborgenen schlummert.

Aus diesem Blickwinkel heraus liegt der Melancholie eine gewisse Inspiration zugrunde, hervorgehoben aus den Tiefen der Seele, die aus einer bitteren Frucht Süße hervorbringen kann.
Wie viele berühmte Künstler schufen wunderschöne Werke aus genau dieser Stimmung heraus. Werke, die uns berühren und zu Herzen gehen, sei es ein Musikstück, ein Gemälde, Dichtung oder was auch immer Inspiration hervorzaubert. Manchmal vertiefen wir uns darin und lassen uns ein Stück davon tragen und mitnehmen und fühlen uns somit dem Künstler nah.
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Traumnacht

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In einer jenen Traumnächte,
als Sternenstaub vom Himmel fiel,
erwachte in mir ein Gefühl
so zart und fein und wunderbar –
darin ich mich versenkte
und dem Morgen schenkte,
der bald sich mir zeigte
im Sonnenlichte
und ich ihm erzählte
meine Traumgeschichte,
damit sie hinaus
in die Ferne getragen,
und zu jener Seele finde,
davon zu sagen.

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