Wolkenschiff

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Wolken ziehen am blauen Himmel
Gedanken kommen und gehen
dazwischen vielleicht eine Träne –

heimatlos stehe ich am Ufer
Mond und Sterne spiegeln sich
im Fluss der Gefühle –

in der Frühe singt ein Vogel
rätselhaft verrinnt die Zeit
im Weltenlauf des Seins –

still empfange ich Freude
in meiner entrückten Seele
die sich zum Himmel streckt –

was wendet sich der Sehnsucht zu
wenn nicht die Liebe
in ihrer Unfassbarkeit –

die Sonne wirft ihre Strahlen
über die Erdenschwere
ich warte auf ein Wolkenschiff
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Kindheitserinnerungen II

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Ich stehe fröstelnd am Fenster.
Zwischen den noch kahlen Bäumen auf dem Friedhofsplatz
leuchtet verschwommen der Mond.
Auf den Gräbern flackern vereinzelt Lichter.
Vom Himmelszelt funkeln Sterne
in diese eine, fast klare, dunkle Nacht
dieser Besuchstage im Elternhaus.
Erinnerungen vermischen sich mit Jetzt-Blicken,
versetzen mich zurück in meine Kinderzeit.

Auch da stand ich oft lange fröstelnd nachts am Fenster,
ließ mich einfangen von Mondlichtstimmungen und Grabesstille,
bis mich die Müdigkeit überfiel und ich in den Schlaf sank.
Morgens weckte mich das Gurren der Holztauben
und die großen Uhus auf den Friedhofsbäumen stießen
ihren gespenstischen Schrei in die Stille,
bevor sie im Tageslicht verstummten.

Alles ist mir so vertraut, nur die Uhus gibt’s heute nicht mehr.
Weit in der Ferne rauscht ein Zug vorbei,
Autos rattern schneller und lauter über die unebene Straße. –
Der Tag erwacht, die Stimmungen der Nacht sind in mir verankert
und leben in mir, werden immer sein, egal an welchem Ort ich mich befinde.
Manches erscheint genauso, als wäre die Zeit stehengeblieben,
anderes im Außen und Drumherum hat sich verändert.
Die elementaren Fragen von damals bleiben bis heute
beim Blick in die Sterne, in die Weite.

Erinnerungen leben auf und verblassen wieder,
alles kommt und vergeht,
Gräber verschwinden, neue entstehen –
Leben und Tod
und über allem die Sterne,
ewiglich funkelnd in die Stille der Nacht.

Manchmal frage ich mich, ob es mich geprägt hat,
direkt neben dem Friedhof groß geworden zu sein,
mit Blick auf den Tod, das Vergehen, die Grabesstille,
das Spüren von Stimmungen und Leid,
bis hin zur Freude, der mit Blumen geschmückten Gräber,
die im Erblühen von Leben und Schönheit zeugen.
Es hat mir nie Angst gemacht, macht es auch heute nicht,
es ist gerade so, als wäre der Tod mir schon immer vertraut
mit seinem Geheimnis und in seiner Melancholie.
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Hoffnungsstilles Sein

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Matt schimmernd
spiegelnde Seele
im Fluss der Tränen –

hinfort spülend
all die Traurigkeit
verbrauchten Lebens –

gereinigter Augenblick
zeigt sich dem Morgen
im neuen Farbenkleid –

kurz fallend die Maske
trügerischen Abbilds
zerronnener Schatten –

wegweisend erscheint
klares Seelenbild
im reflektierten Licht –

Aufbruch und Wandel
ewiges Sehnen
in hoffnungsstillem Sein
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Wandel

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Manchmal ahne ich schon
den Frühling in mir,
mitten in der Winterzeit –
oder ist es eher der Wunsch,
der in mir wohnt,
wartet und hofft
auf neues Erblühen,
Wärme und Licht.
Möchte Kälte, Dunkel
und Schatten fliehn
und weiß doch,
das alles ist
und zu seiner Zeit
ewig wandelnd,
ineinander übergreifend
im Kreislauf des Seins
erscheint und vergeht.
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Unwirklichkeit

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Hörst du die Bäume flüstern
im Rauschen des Windes,
siehst du das Mondlicht flackern
in den engen dunklen Gassen –
plötzlich sind da Risse im Traum,
etwas bröckelt langsam,
Befremdlichkeit in der Fremde.
Im künstlichen Licht der Laterne
fühle ich die Unwirklichkeit
meines Seins
und in der Stille der Nacht
zieht mein Sehnen mich
in die Ferne des Unbekannten,
Unbegreiflichen,
bevor meine Seele in Kälte erstarrt.
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Verquer

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Bitte geh nicht,
auch wenn du gar nicht da bist –
es ist so ein beruhigendes,
wärmendes Gefühl,
auch wenn ich es gar nicht
wirklich erklären kann.

Es ist schön,
wenn du da bist,
etwas von deiner Seele zu spüren ist,
auch im Unscheinbaren.

Vielleicht denkst du ja,
dass ich verrückt bin,
vielleicht bin ich das zuweilen sogar –
meine Seele passt in kein Schema
und doch sind ihr Grenzen gesetzt.

Ich weiß nicht,
wohin mich das Leben noch führt,
bisher bin ich nicht angekommen
und vermutlich werde ich das nie –
denn wie kann es Ankommen geben,
wo alles Wandel ist
und ich mich fühle wie
ein Wanderer durch die Zeit.
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Gedanken über das Leben

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Heute wurde dieser ältere Beitrag aufgerufen und ich habe ihn mir nochmals durchgelesen.
Manchmal ist das seltsam im Leben, da befindet man sich in einer bestimmten Stimmung und irgendwas geschieht, was einen noch mehr hineinzieht in diese Stimmung oder in jene Gedankengänge.
Es passt, dieser ältere Beitrag samt Song passt genau heute wieder wie damals
und genau aus diesem Grunde poste ich ihn nochmal.

..und ja, ich denke weiter darüber nach und immer wieder..und DANKE! ans Erinnern..

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…Ich lasse los was ich nicht halten kann
und nur was mir gehört kommt wieder bei mir an….

Schon oft gehört und gelesen diesen Satz, zumindest so sinngemäß,
wie in diesem Song.

In einem Augenblick ist etwas da, im nächsten kann es weg sein.
Das Spiel des Lebens und der Vergänglichkeit.

Es heißt immer, was zu uns gehört bleibt oder kommt zurück.
Ist das wirklich so? Ich hab das auch immer gedacht, bin mir momentan
aber nicht so sicher.

Das ganze Leben unterliegt Veränderungen, Weiterentwicklung, Bewegung.

Es gibt nichts festzuhalten und schon gar nicht etwas zu erzwingen.

Die größtmögliche Freiheit liegt vielleicht doch im beständigen Wechsel
zwischen Nähe und Distanz.
Es kommt mir vor wie ein Einpendeln zwischen diesen Polen.

Darüber werde ich weiter nachdenken.
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Warum ist das Wesentliche so rätselhaft,
unfassbar, unbegreiflich –
wie eine Fata Morgana
löst sich alles auf in Nichts
beim Versuch des näheren Betrachtens.

Etwas tritt in meinen Wahrnehmungsraum,
um im nächsten Moment zu entschwinden.
Zurück bleibt ein Eindruck, ein Gefühl,
vielleicht eine Ahnung –
wie beim Blick in die Weite
des nächtlichen Sternenhimmels.

Das Universum, das so unendlich erscheint
und das Gefühl, etwas trägt und hält
in all den Wirren –
und manchmal vielleicht jemand
der uns rätselhaft seelennah ist.
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Eingebettet

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Das Leben besteht nicht nur aus
schwarz und weiß,
alles oder nichts.
Es gibt zig Zwischenstufen,
die das Leben bunt machen
in sämtlichen Facetten.
Die Vielfältigkeit zeigt sich
in der Natur,
im ganzen Universum,
und auch in der menschlichen Seele.
Zwischenstufen, Zwischenschritte
können aufeinander aufbauen,
ineinander übergehen,
weiterführen.
Zwischen Anfang und Ende
liegt ein Dazwischen
und darin leben wir,
in diesem Spektrum
und werden durchgeschüttelt,
wieder und wieder,
darin sind wir eingebettet –
im ewigen Kreislauf des Seins.
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Nähe

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Der Himmel zeigt sich grau,
Töne in Moll schwirren
durch die Luft –
Du strahlst in meine Seele
mit einem Hauch
des Sehnens und der Freude
und für einen Moment
lasse ich mich davontragen
in die Ferne, durch die Weite –
in deine Nähe,
die ich mir selbst bin,
die uns im Herzen
miteinander verbindet,
als gäbe es nur diesen
vom Schicksal erbrachten Sinn.
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Pulsierendes Leben

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Ich schaue hindurch
das zartgliedrige Blütenblatt,
sehe die feinen Verästelungen
wie kleine Äderchen
und erkenne darin
pulsierende Schönheit,
die sich in Gestalt ausdrückt
und Liebe zum Leben
im Erblühen
kokettierend im Duft –
welch anmutendes Wesen
verborgen in immerwährend
Wiederkehr
und hingebungsvoller Lust
zum sich Verströmen
im Daseinsraum des Hier.

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Wie ein Kieselstein..

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Wie ein Kieselstein im Flussbett
einer unter vielen
vom Wasser umströmt
geformt und geglättet
eingebettet im Zeitenlauf
vergessen als Ding
im todlosen Sein –
nur manchmal glitzernd
im Licht der Sonnenstrahlen
steigt Schönheit empor
und spiegelt Leben
in unzähligen Farben
umliegender Natur,
bis im Schatten der Bäume
sich der Glanz verliert
und sämtliche Nuancen von
grau und dunkel
hinein in den hellen Tag
gebiert.
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Immer wieder ein Anfang??

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Vielleicht gibt es nie wirklich ein Ende

-von was auch immer-

sondern immer nur wieder einen Anfang
mit neuen Möglichkeiten und Chancen,
neuen, anderen Sichtweisen
aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet,
mit anderen Situationen, anderen Menschen.

Im Anfang stehen, immer wieder
und die Welt betrachten,
versuchen zu begreifen, zu verstehen –
ein nie wirklich endender Weg.
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Es liegt was in der Luft

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Es liegt was in der Luft
zum Lachen, zum Weinen,
zum Schreien –
so laut, dass alles gesprengt wird,
was einengt, was festhält,
was zerfrisst….
so greifbar nah, dass es
von einer Welt in die andere
drängt und sich vermischt.

Gegensätze – Gegenspieler
schwarz und weiß
Nichts ist wie es scheint,
alles in einer Seele vereint –
lässt sich nicht zerpflücken,
nicht unterdrücken, nicht aussortieren,
nicht kontrollieren.

Kein Entrinnen,
nur tiefer Schmerz der beißt
und durch die Seelenhölle reist,
um zu rütteln und zu schütteln,
bis alles durchlebt und durchlitten –
um sich neu zu formieren
im sich einander Durchdringen
der Schattenbilder
des einen im andern.
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Worte

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Worte
balancieren über schmalen Grat,
über Abgründe hinweg,
in Abgründe hinein,
versuchen Brücken zu bauen,
um sie dann wieder zu zerstören –
nur manchmal, in seltenen Fällen,
gelingt es vorzudringen,
zum Wesen, hinter den Worten,
hindurch die Abgründe
bis tief ins Narbengeflecht,
um dahinter
ins wortlose Verstehen
zu fallen.
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Gedanken

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Unwissend, nur vom Ahnen getragen
wandele ich durch die Zeit.
Mit dem ersten Atemzug
bis zum letzten versuche ich
zu begreifen, was niemals
mit dem Verstand zu begreifen ist.
Ein Blinzeln in die Sonne
erwärmt mein Herz,
sowie ein Blick in die Sterne
mich wie magisch anzieht
und fasziniert.
All die Mysterien, das Verborgene
hinter dem Sichtbaren
sind mir fremd wie auch vertraut,
sowie vieles,
von dunkel bis hell,
das ich in anderen erkenne
auch in mir selbst schlummert.
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Ach..

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Ach, wie groß ist dein Schmerz,
wieviel Tränen weinst du?
Ach sag, deine Trauer,
wann geht sie?
..und warum weiß ich davon,
wo ich doch nichts weiß.
Welches Geheimnis
verbirgt sich im Leben
und welches im Sterben.

Ich schau zu den Sternen,
der Blick in die Weite,
die mich umfängt.
Ach, erzähl mir
von deinem Sehnen,
das in dir ist,
mal leise schlummernd,
dann laut und fordernd
und niemals erlischt.

Ach, weißt du
Sterne explodieren,
Welten gehen unter
und formen sich neu.
Wir kommen und gehen,
sind Wanderer durch
Zeit und Raum hindurch,
nicht nur in unseren Träumen
und irgendwo gibt es
immer wieder
einen Anfang und Licht.
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Noch ein paar zusammengefasste Gedankengänge, die während meiner Abwesenheit entstanden sind.
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Du weckst Erinnerungen in mir
und träumst meine Träume.
Deine Sehnsucht ist meine Sehnsucht,
die mich an jedem Ort durchdringt
und stets Begleiter ist,
wie der Blick zum Horizont,
der nie wirklich näher rückt
und doch manchmal so nah erscheint.

Wie der Blick zu den Sternen
ein Gefühl und eine Ahnung hervorrufen
vom Wesen und Wesentlichen des Daseins –
von der Liebe,
die selbst in schweren Zeiten,
wie ein Echo durchs Universum hallt,
bis sie wieder spürbar bei uns ist.
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Traum – Lebensreise

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Das Leben ist ein Traum
geschrieben in leeren Raum
Lebensreise in Gedankenreihen
Rollenspiele – Maskereien
Vorstellungsbilder agieren
Illusionen, die sich verlieren
Der Mensch – er IST
in die Welt geboren –
hat sich im Nebel verloren
stets auf der Suche sich zu finden
alle Täuschungen zu überwinden
so wandelt er durch Raum und Zeit
hindurch das Leid und Traurigkeit
bis das der Nebel sich lichtet
und Klarheit Irrtum vernichtet.
Der Traum füllt unser Leben
solang wir Raum ihm geben.
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(aus meinem Fundus gekramt)

Rätsel

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Das Leben gibt viele Rätsel auf,
manche werden gelöst, andere nicht.

Die Rätsel, die sich mir gerade stellen
zeichnen lauter Fragezeichen in meinen Kopf.

Bin schon ganz verwirrt, übe mich in Geduld.
So schwer Warten und Geduld auch zuweilen sind,
für mich war es erfahrungsgemäß meistens
die beste Entscheidung.
Denn wie ich schon mal vor längerer Zeit schrieb:

Am schlimmsten ist es zu warten.
Es geschieht nichts und doch geschieht etwas.
Das ist sehr schwer zu verstehen.

Der Wind flüstert,
ich lausche
und warte.

…und in diesem Warten
wandert wie von alleine
alles an seinen zugehörigen Platz.
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Lebensspiel

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Das Leben ist ein Spiel
irgendwie,
die Welt die Bühne,
die Menschen die Figuren,
doch manchmal krieg ich Zuviel
von diesem Spiel,
dann möchte ich nur noch raus
aus diesem Irrenhaus,
wo die Lüge stets neben mir steht
und die Abzocke jeden Weg geht,
wo die Figuren geschubst und angetrieben
immer mehr den Überblick verlieren,
wo Macht, Gewalt und Gier regieren
und Herzen kalt zu Eisblöcken gefrieren,
bis irgendwann
diese Welt aus Lug und Trug auseinanderbricht,
und das Spiel des Lebens
zu Ende ist.
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Lauf des Lebens

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Sie hatte Träume und hat versucht, sie nach und nach zu verwirklichen. Ja, mit vollem Einsatz und Begeisterung, doch am Ende sind alle Träume zerplatzt wie Seifenblasen. Am Ende war alles nichts, so wie am Ende nichts sein wird. Alles kommt und vergeht, das ist der Lauf des Lebens.
Während die Jahreszeiten wechseln und die Zeit vergeht, blitzen die kleinen Momente von Glück und Freude in ihrem Herzen auf und erhellen ihre Lebenszeit. Ständiger Wandel füllt den Raum zwischen Anfang und Ende.

Nur das Sehnen bleibt, durch alles Leid und Freude hindurch, mal stärker, mal weniger stark. Das Sehnen hört nicht auf, weil das Sehnen auf den Schwingen der Liebe gleitet. Die Liebe, die alles trägt und das Wesen des Daseins offenbart. So empfindest sie das, so bewahrt sie sich ihre Lebendigkeit und schöpft daraus Kraft und Stärke, selbst in den dunkelsten Stunden.
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Freude

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Er sagte zu ihr: Das schlimmste was dir passieren kann ist, wenn dir jemand die Freude nimmt. Lass das nie zu.

Sie kennt das, weiß, wie sich das anfühlt und dass es nicht gut ist, kann nur bestätigen, was er ihr sagt. Trotzdem versetzt es ihr in dem Moment einen Stich. Sie fühlt sich getroffen, betroffen, wie eine Erinnerung oder Ermahnung.

Dabei meint er gar nicht sie, sondern spricht von sich selbst, spricht von seiner eigenen Situation und doch fühlt sie sich angesprochen, als wäre es für sie bestimmt.
Sie überlegt, ob er nicht auch sie meint. So ist es oft, er erzählt von sich und seinen Erfahrungen und fast immer fühlt sie sich in irgendeiner Art und Weise angesprochen.

Zwischen ihnen besteht eine starke Verbundenheit und großes Verständnis, jedenfalls empfindet sie das so. Indem sie sich angesprochen fühlt, versteht sie und kann aus diesem Verstehen heraus antworten. Hin und wieder geht ihr das auch mit anderen so, aber bei niemand ist es so wie mit ihm. Im Verstehen und auf jemanden eingehen liegt eine große Spanne.

Trotz vieler Höhen und Tiefen, vieler ernüchternder Gespräche, überwiegt die Freude und Dankbarkeit, die diese Begegnung und Freundschaft in sich trägt und doch scheint die Freude bei beiden in den Hintergrund gerückt zu sein. Nicht die Freude aneinander ist geschwächt, sondern die jeweiligen Umstände und Lebenssituationen in denen sie sich befinden, lässt immer wieder die Freude schwinden. Genau das ist ihr in dem Moment klar geworden, als er davon sprach, sich nie die Freude nehmen zu lassen.

Es geht ihm nicht gut und ihr geht es ähnlich. Beide drehen sich im Kreise um sich selbst, um ihre Sorgen und Probleme, um ihre Lebenssituation und darum, eine Lösung zu finden oder sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Damit entfernen sie sich nicht nur von der Freude selbst, sondern auch von ihrer eigenen Mitte und Miteinander in Freude.

Sie weiß jetzt, was sie zu tun hat.
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Rad der Zeit

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Manchmal scheint alles aus den Fugen zu geraten,
eine Richtung bekommt Aufwind,
die völlig entgegengesetzt der bereits eingeschlagenen Richtung läuft.

Wir versuchen das Ruder herumzureißen,
manchmal gelingt es, manchmal nicht.

Dinge geschehen, Ereignisse überschlagen sich,
Menschen kommen und gehen,
begleiten uns ein Stück des Weges,
um dann wieder zu verschwinden.
Das Leben lebt sich immer weiter –
tagein, tagaus, jahrein, jahraus.
Kleine, feine Erinnerungsmomente leuchten
in den Zeitenlauf, versuchen die dunklen Stunden
zu erhellen.

Was bleibt sind wir selbst,
mittendrin im Rad der Zeit,
mit unseren erkannten Irrtümern und Illusionen,
unseren Erfahrungen und Erkenntnissen,
aber auch unseren Möglichkeiten,
die zusammen mit unserer Hoffnung
weiter bestehen und unsere Träume neu beleben.
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Stimmungen

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Stimmungen treten auf,
überfallen einen plötzlich,
stimmen ein,
versetzen in Erinnerungen
oder enthalten Ahnungen,
treffen ins Gemüt.

Meine Stimmung steht auf Abschied,
Wehmut, Melancholie
in vielerlei Hinsicht.

Die paar Tage, die ich verreist war haben mir gut getan,
aber auch viele Erinnerungen hervorgeholt, bis in meine Kindheit.

Es war ein bisschen wie ein Lebensrückblick. Vielleicht lag es auch daran,
dass ich in meiner alten Heimat war. Da bin ich zwar fast jedes Jahr einmal,
aber diesmal war etwas anders als sonst.

Vielleicht ist mir auch beim nächtlichen Blick in die Weiten des Sternenhimmels
diesmal ganz besonders die Vergänglichkeit aller Dinge klar geworden,
klarer als sonst.

Es war eine Mischung aus Wehmut und Dankbarkeit
und hoffentlich keine Ahnung für Kommendes.

Ich schrieb hier vor einiger Zeit über Ahnungen
und meine letzte Ahnung hat sich leider vor kurzem bewahrheitet.
Eine Ahnung, die schon ziemlich klar und deutlich war,
ich sie aber verdrängt habe, das war nicht gut.

Im Moment beschleicht mich auch so ein komisches Gefühl, wie eine Ahnung,
aber unklar. Ich kann nicht wirklich sagen was es ist, weil sich die Ereignisse
in der letzten Zeit auch etwas überschlagen haben und sich vieles mischt.

Wie es sich entwickelt, welche Richtung es einnimmt, da kann ich nur abwarten.
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Gedanken über Bruchstellen

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Es gibt manchmal kleinere Risse auf dem Lebensweg, die sind reparabel.
Größere Risse hingegen werden zu Bruchstellen und Bruchstellen sind Brüche.
Bruchstellen unterbrechen den Lebensweg, sind oft tief und abgründig.
Ein Bruch kann eine Aufforderung sein.
Er zeigt die Möglichkeit abzubrechen, aufzubrechen.

Es stellen sich Fragen:

Was bricht auf?
Was bricht ab?
Wohin führt der Weg?

Eine Veränderung steht an. Sie wirkt bedrohlich und befreiend zugleich.
Ungewissheit, die verunsichert.
Leerlauf ohne Richtung.
Verloren im Zeitenlauf.
Aufbrechen um anzukommen bei sich selbst.

Der Sprung über die Bruchstelle ins eigene Sein.
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DU

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(Teil 1)

Es klingelt. Ich öffne die Tür. Du stehst da, einfach so und lächelst mich an. Ich bin wie erstarrt, fassungslos, sprachlos. Wie angewurzelt verharre ich. Sind es Sekunden oder Minuten, ich weiß es nicht. Die Zeit ist stehengeblieben. Der Raum, indem ich mich befinde, existiert nicht mehr. Alles verschwimmt im Fluss der Tränen. Du gehst einen Schritt auf mich zu, wischt mir die Tränen aus den Augenwinkeln, hältst für einen kurzen Moment mein Gesicht in deinen Händen. Ich spüre deine Sanftheit. Dein verständnisvoller Blick trifft genau in meine Augen und durchdringt mich. Du schaust in die Tiefen meiner Seele, in mein Herz, in meine Schattenreiche und erkennst mich, erkennst dich darin, findest mich ungeschützt und ohne Halt.

Jeglicher Widerstand in mir löst sich auf und ich sinke in deine Arme, versinke in deiner Umarmung, falle ins Bodenlose meines Seins, erwache in die Wirklichkeit des beginnenden Tages, in die Morgendämmerung, in die du mich führst……………
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Blicke und Blickwinkel

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Ein neuer Tag begrüßt mich, wie jeden Tag.
Ein Blick aus dem Fenster, ein Blick in die Welt, in der ich mich befinde.
Blicke wie jeden Tag.

Blicke, Blickwinkel, Perspektiven,
Ansichten, Aussichten, Einsichten………

Ich schaue aus dem Fenster und sehe den Himmel,
mal grau, mal blau, alle möglichen Farbabstufungen davon,
immer anders, immer in Veränderung,
wie die Jahreszeiten, veränderlich, ineinander übergehend.

Meine Wahrnehmung färbt meine Blicke
und meine Prägung prägt meine Blickwinkel.
Viel zu lange schon verstellter Blick.

…und dann plötzlich –
etwas ist anders,
ich nehme eine andere Perspektive ein,
meine Wahrnehmung verändert sich
und ich frage mich:

Wo war ich die ganze Zeit?

Wo bin ich?

Wohin führt mich diese andere Sicht?

Einsicht – Aussicht

Gewichtung – Richtung

ab-sichts-los
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Irrungen

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Du hast mir mal wieder die Augen geöffnet,
in deiner Milde und unendlichen Geduld
und doch mit eindringlichen, ernüchternden Worten.
Worte, deren Wahrheitsgehalt mir Stiche versetzt haben.
Es ist ja nicht wirklich schwer zu begreifen,
es ist schwer anzunehmen,
die Wahrheit,
die so ganz anders ist als jede Vorstellung.

Ich selbst hab mich als blindes Huhn bezeichnet,
aber es ist nicht unbedingt die Blindheit,
es ist das Festhalten wollen
an einer ach so schönen Vorstellung,
an einem Klischee, einem Irrglauben.

Nun erkenne ich,
wie fehl ich gelaufen bin.

Ob mich das an weiteren Fehlgängen hindert?
Wie viele Irrungen habe ich noch gar nicht erkannt?
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Nebel

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Nebelverhangen beginnt der Tag,
lange bevor Lichter angehen.
Unruhige Nacht –
Gedanken zerreißen Schlaf,
bringen sich ein in Träume.

Langsam klart es auf,
da draußen,
wenn ich aus dem Fenster schau
und die Welt betrachte.
Doch wo ist die Klarheit,
die mein Denken beleuchtet –
wo die Worte, die mein Herz
zu formen sucht,
wo der Weg,
der mich nach Hause führt.
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Kokon

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Ich fliege nicht davon,
bin gefangen in meinem Kokon,
versuche mich zu befreien,
möchte laut schreien,
doch niemand hört mein Rufen
nach zigtausend Versuchen.

Hör immer nur Echos von überall,
in mir herzzerreißender Schall,
dann mache ich mich auf,
Schicksal nimmt unerbittlich Lauf,
bringt mich dem Echo sehr nah,
als wäre es zum Greifen da.

Sehnsucht hat mich erfasst,
als hätte ich mein Leben verpasst,
kurze Zeit tanzend im Wind,
öffnet Tür und Tor geschwind.
drehe mich im Hoffnungskreise,
welch seltsam anmutende Weise.

Schnell legen sich Schatten nieder,
drängen in Kokon immer wieder,
sperren ein, nehmen mir Luft,
unerträgliche, nebulöse Kluft,
begebe mich in wartende Stille,
Schicksal steuert nicht mein Wille.
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Im Traum

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Im Traum habe ich Flügel und kann fliegen,
hinweg über alle Grenzen,
überwinde Hindernisse und Distanzen.
Im Traum tragen mich Flügel
und ich bin schwerelos –
lasse los, lasse mich ein,
finde Halt
in meinem Sein,
bis ich erwache aus dem Traum,
flügellos und trotzdem auf Reise –
eben nur in anderer Weise
als der Traum,
der eine Möglichkeit ist
zu sein.
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Zuversicht

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Du kannst niemals verloren gehen,
in dieser scheinbar unendlichen Weite,
hier in dieser Welt,
weil da immer irgendwer ist,
der dich vermisst,
weil da immer irgendetwas ist,
das dich trägt,
weil da irgendwo –
hier im Vorübergehen,
in der Lebenszeit,
dein Zuhause ist
und weil genau dort –
immer irgendwie
DU und DEINE LIEBE ist.
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Illusion

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Illusion heißt, etwas zu sehen,
was so gar nicht ist,
sondern nur eine Vorstellung,
die den eigenen Wunsch
wiedergibt –
oder eine unbegründete Angst
je nachdem –
und dann sitzt du in der Falle
und es braucht manchmal sehr lange,
genau das zu erkennen.
…und das Schlimme am Erkennen
ist die Ernüchterung,
dieses bohrende Gefühl,
wie das Stochern in einer Wunde
…und das Schöne daran ist,
da ist eine Chance es loszulassen
und weiter zu gehen
…und das Verrückte daran ist,
es kann immer wieder passieren.
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Grenzenlose Freiheit

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Heute hätte meine Oma Geburtstag. Sie ist schon viele, viele Jahre tot. Immer an ihrem Geburtstag denke ich besonders an sie und die schönen Erinnerungen holen mich ein.

Als Kind habe ich viel Zeit bei meinen Großeltern verbracht, nach der Schule, in den Ferien und einmal sogar mehrere Wochen oder Monate, weil es meiner Mutter sehr schlecht ging. Ich war sehr gern bei meinen Großeltern und mochte sie sehr und sie mich.
Das schönste war der große Garten den sie hatten. Dort gab es eine Schaukel, die ich über alles liebte. Stundenlang saß ich darauf und bin in die Lüfte geflogen, höher, immer höher, bis ich in meiner Fantasiewelt angelangt war. Ich war Pippi Langstrumpf in meiner Fantasie.
Immerhin hatte ich damals sogar ein wenig Ähnlichkeit mit ihr, mit meinen Flechtzöpfen und den gesprenkelten Pünktchen im Gesicht. Auch Pippis Freunde waren dabei, als imaginäre Freunde, mit denen ich in meinen Gedanken sprach, spielte, herumtollte. Es war nie langweilig und immer wieder faszinierend.
Ich flog und flog über alle Grenzen hinweg. Ja, auf meiner Schaukel war ich frei und alles war so leicht. Es war die grenzenlose Freiheit, die ich genoss und so sehr liebte. Ich konnte fliegen, niemand kam und störte mich oder ermahnte mich, versuchte mich zurechtzuweisen.

Bereits als Kind trägt man Last und Sorge und je älter man wird, kommt umso mehr dazu. Die Leichtigkeit des Seins geht mehr und mehr verloren. Die grenzenlose Freiheit und Leichtigkeit gibt es nur in Fantasien, aber da gibt es sie und dort kann sie auch niemand wegnehmen. Dort in dieser eigenen Traum- und Fantasiewelt liegt ein Schatz verborgen, liegt die Quelle der Kraft. Wie gern versinke ich hin und wieder noch heute darin, aber nicht um mich zu verlieren, sondern als Rückzugsort, um dem Geheimnis und der Schönheit meiner eigenen verborgenen Schätze ein Stück näher zu kommen und zu staunen.

So bin ich zwar heute nicht mehr die kleine Pippi Langstrumpf von damals mit ihren imaginären Freunden, aber in mir lebt immer noch dieser Traum von grenzenloser Freiheit und Leichtigkeit. Darin toben sich die verrückten Flausen aus, schaukeln sich hoch bis zu den Sternen, lassen mich fliegen ohne Ballast und jedes Mal, wenn ich wieder daraus auftauche habe ich ein klein wenig davon mitgenommen in die Welt, in mein Herz, in das Leben.
Jedes Mal wenn ich an einer Schaukel vorbeikomme fühle ich mich davon magisch angezogen und möchte fliegen, genauso wie bei einem Kettenkarussell. Hin und wieder erlaube ich es mir tatsächlich, nicht nur in meiner Fantasie und dann fliege ich, bin für einen Moment wieder ein Kind und mitten in der grenzenlosen Freiheit und Leichtigkeit des Seins.
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Endlich losfahren

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Es ist nicht zu spät,
es ist an der Zeit.
Ein Zug fährt ein,
auf dem Bahnhof des Wartens.
Ich steige ein
und fahre, fahre endlich los.

Weißt du noch,
als du fragtest wohin die Reise geht
und ich es nicht wusste,
genauso wenig wie du.
Jetzt weiß ich es immer noch nicht so genau,
aber ich steige ein
und fahre, fahre endlich los.

Ich habe auf das Signal geachtet
und es steht auf grün,
grün wie die Hoffnung,
wie der Frühling mitten im Herbst.
Die Weiche ist gestellt,
der Zug rollt langsam an
und ich schaue
sehnsuchtsvoll
dieser Ausrichtung entgegen.
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