Seltsam

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seltsam
wie Worte
manchmal wirken
auseinander oder
zusammen gehn

seltsam
das Leben
im Zeitenlauf
all die Schwere
und das Vergehn

seltsam
mancher Augenblick
wie verzaubert
wenn etwas Schönes
deine Seele trifft
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Zurück bleibt

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ach könnte der Wind
meine Gedanken zerstieben
mich befreien
von quälender Gedankenlast

ein blank geputztes Kopfhaus
nur der Schlafsand darf bleiben
um endlich zu ruhen und
einzutauchen in erholsame
nächtliche Stunden

dann können Träume wieder
durch meine Seele ziehen
wie Flugvögel auf ihrer Reise

und zurück bleibt
eine Feder, ein warmes Nest
Himmelstränen
die das Herz
liebevoll erweichen
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Hoffnung und Licht

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Matt schimmert Laternenlicht
auf regennasser Straße
alles wirkt eingehüllt
wie in endloses Schweigen
überall tropft es
von Dächern und Zweigen
und Nebel trübt die Sicht

ich steh am Fenster
mit wartendem Blick
auf das Lächeln der Sterne
und Spuren aus Träumen
die sich spiegeln
in regennassen Scheiben

in Gedanken dichte ich Worte
ausgespannt wie ein Netz
zwischen Tropfen und Wolken
zwischen Himmel und Erde
zwischen hier und dort

und aus dem Fallen
wird ein Halten
aufgefangen im Echo
der Ver-dichtung
verwischen Grenzen
aus Sehnsucht und Träumen
verbreiten Hoffnung und Licht
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Novemberlicht

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Novemberlicht
steigt aus dem Nebel
ein Hauch Melancholie verfliegt

ruhig liegt der See
und spiegelt Stille
nach der sich die Seele sehnt

wie im Traum tauchen Bilder auf
von einem Ort geheimnisvoll
an dem das Herz sich freudig bewegt

und wie aus dem Nichts
formen sich Töne zu Worten
in die Welt geflüstert für dich
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Damit sich Liebe verfängt

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Dein banger Blick
gebettet auf Wolken
ein Lächeln fällt in dich zurück
schon gehen Regentropfen nieder
bewässern karges Seelenland

Pflücke dir Sterne wie Blumen
aber halt sie in der Hand
dass sie nicht verschwinden
wie verlorene Kinder
deren Wesen verkannt

Öffne dich wie eine Schale
damit das Leben in dich fällt
sodass du blühst vor dem Verwelken
und Liebe sich in dir verfängt
bevor du schicksalhaft vergehst
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Vorübergehende

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Im fahlen Licht der Sterne
warte ich auf meine Träume
warte bis du kommst
und mir sagst
wir können gehen
verschwinden in der Nacht

Wir ziehen mit den Wolken
durchwandern Schatten und Licht
zittern wie Blätter vorm Fall
im aufkommenden kalten Wind

Was sind wir
außer Vorübergehende
Fremde
die eine Zeitlang
in dieser Welt sind
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Raumzeitlose

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noch lässt die Kahlheit der Bäume
auf sich warten
langsam nehmen wir Abschied
vom bunten Blätterkleid
rote Blätter fallen nieder wie beschämt
und welken leise vor sich hin

der Sommer ging
mit schnellen Schritten
und auch der Herbst vergeht
wie fliehende Schatten
in seiner tristen Melancholie

wir betreten die Lichtung
die vor uns liegt
lassen uns von Hoffnung tragen
wiegen uns wie Gras im Wind
weil wir in unseren Herzen
raumzeitlose Liebende sind
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Atemlang

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Meine Seele ist empfindsam
und durchscheinend
wie zarte Libellenflügel

flugfähig bin ich deshalb nicht
meine Gedanken und Gefühle
ziehen mit dem Wind

einem sanften Luftzug gleich
kannst du es spüren
atemlang schwebe ich

ein kurzer Flügelschlag
wie tröstliche Worte
verwandelt Dunkles in Licht
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Über den Herbst hinaus..

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Herbst
dein farbiges Blätterkleid
leuchtet im Sonnenlicht –
lebendiger Farbenrausch
bevor alles eintaucht
in Stille und Nebelgrau

komm und deck mich zu
mit deiner Wärme
lass uns unsere Träume bewahren
bis hell gleißendes Frühlingslicht
wieder durch kahle Bäume bricht

wir kehren ein in unsere Seelentiefe
ganzjährig blüht die Rose
in pochenden Herzen
und Liebe wächst weit
über Zeit und Raum hinaus
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Im Flüstern der Sterne

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Die Nacht singt ihr Lied
im fahlen Mondlicht
schimmern kaum wahrnehmbar
ein paar Regentropfen
oder
sind es still verlorene Tränen

im Halbschlaf flüstern Sterne
verstreuen ihre Träume
wie Samenkörner in die Tiefe der Seele

bald schon zerbersten Schatten
im flammenden Morgenrot
Zeit löst sich auf
in immerwährender Liebe
geboren aus einsamster dunkelster Nacht
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Mut

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Schieb den Schatten
von der Seele
bevor du erstickst
bevor es zu spät

schieb die Wolken
fang den Lichtstrahl ein
flieh mit dem Wind
aus zu engem Gewand

greif nach dem Leben
lass es nicht
durch die Finger rinnen
solange Sehnsucht brennt

du bist nicht verloren
wenn jemand an dich denkt
der Himmel dich küsst
und Liebe sich schenkt
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Heimatland

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Mein Blick verliert sich
am Horizont
zwischen Himmel und Land
zwischen flirrender Sonne
und wirbelndem Staub

ein Bild steigt auf
Konturen im Licht
Erinnerungstropfen
vergangener Zeit

eine Legende schlummert
in Dunkelhöhlen
träumt von Erlösung
und Dechiffrierung

schenk mir ein Zeichen
ins Schattenbewusstsein
zieh mich behutsam
ins Heimatland
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Irgendwann

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Irgendwann
erkennst du das Muster
der Sterne
und des Schicksals Lauf –
die namenlosen Rufe
des Herzens
untröstlich in Träume gebettet

Irgendwo
zwischen zwei Atemzügen
schwebt Hoffnung
und der Liebe endlose Kraft –
das grenzenlose Sehnen
der Seele
ein Leuchtzeichen Tag und Nacht

Irgendwann
öffnet sich der Himmel
auch für dich
und flammend blüht der rote Mohn –
das fließende Leben
tropft erneut
schicksalsträchtig in die Schale der Zeit
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Glanzlichter

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Manchmal sind Worte
wie Glanzlichter im Dunkeln
auf verlorener, wogender See –
sind wie ein Anker
vor dem Versinken,
tragen hinüber ans Ufer
und wärmen bis die Sonne aufgeht.

Unter Trauerweiden gestrandet,
fiebert das Leben nach Leben
und trägt in sich doch Melancholie.

Nachts finden sich Träume,
-weich gebettet zwischen Sternen-
schimmern Gefühle aus Worten
und halten einander fest.
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Abendwind

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Im Abendwind lausche ich
– zu hören –
deiner Stimme Klang

mein Herz ist weit,
wie der Himmel über mir

wo ist deine Hand,
die meine greift und
deine Wange, die meine streift

im Abendwind zieht Sehnsucht
sanft durch meine Seele
und legt sich nieder,
wie eine verlorene Träne.
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Wolkenschiff

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Wolken ziehen am blauen Himmel
Gedanken kommen und gehen
dazwischen vielleicht eine Träne –

heimatlos stehe ich am Ufer
Mond und Sterne spiegeln sich
im Fluss der Gefühle –

in der Frühe singt ein Vogel
rätselhaft verrinnt die Zeit
im Weltenlauf des Seins –

still empfange ich Freude
in meiner entrückten Seele
die sich zum Himmel streckt –

was wendet sich der Sehnsucht zu
wenn nicht die Liebe
in ihrer Unfassbarkeit –

die Sonne wirft ihre Strahlen
über die Erdenschwere
ich warte auf ein Wolkenschiff
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Innenschau

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Schau
der Mond wandert über den See
ein Uhu ruft und zerreißt die nächtliche Stille
gespenstisch lacht ein Spiegelbild im Dunkeltraum
Bäume kichern knarzend im Wind
aufgescheuchte Nachtvögel flattern
hinter zitternden Augenlidern
Schatten steigt auf wie eine drohende Wolke –

Schau
Sterne beugen sich in den Morgen
Asche fällt vom Himmel wie verbrannte Ängste
nichts bleibt wie es war, bis ein Sturm
den Grauschleier von der Seele fegt
die Kammern des Herzens wieder belebt
und wie von einem Blitzstrahl getroffen
ein Leuchten durch den Innenraum zieht
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Widerhall

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Tief
unter all den Schichten
von Schatten und Schein
schläft ein Vögelchen
mit gestutzten Flügeln

Träume
eingebettet im Gefieder
weben lebhafte Muster
durch die Sehnsucht fällt

Leise
hinter geschlossenen Augen
tropfen Tränen in die
Klangschale der Seele und
schwingen bis zum Widerhall
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Schneebedeckt

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Wie schneebedeckt sind manche Worte,
liegen schlummernd unter der Oberfläche –
ungesagt, noch nicht einmal gedacht.

Wie ein Kribbeln auf der Haut,
sind sie zu spüren,
nicht die Worte selbst,
sondern das Vibrieren der Seele –
wie der Harfe Klang
in einer spiegelklaren Nacht.
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Gedanken zum Jahresanfang

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Das Jahr ist gewechselt, ein neues beginnt.
Nach jedem Winter folgt der Frühling,
nach jedem Welken das Erblühen.

Etwas geht unter und verschwindet im Nichts,
etwas geht auf und erscheint aus dem Nichts –
als träumte sich in jedes Sterben etwas Neues.

Der Kreislauf des Lebens und Sterbens,
die Traurigkeit der Vergänglichkeit,
die bittersüße Melancholie der Endlichkeit –
eingebettet in die Unendlichkeit….

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Aufgehoben sein

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Nimm mich in den Arm
und wiege meine Träume,
dass ich schlafen kann
im Nachtschatten,
der über mich fällt.

Singe mir Lieder
aus der Zeit vor der Zeit,
damit ich vergesse,
dass ich eine Fremde bin
in dieser Welt.

Trockne meine Tränen
und zeig mir dein Lächeln,
dann weiß ich,
dass ich in dir aufgehoben
und nie verloren bin.
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Lauschen

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Vor dem Fenster der fast kahle Baum,
ein paar letzte Blätter lautlos fallen –

stimmungsvoll er-scheint die Welt
im letzten Lichtstrahl durch die Zweige –

ein Windhauch streift das weite Feld,
wie sehnsuchtsvolles Flüstern –

die finstre Nacht erwacht nun bald,
in der die Sterne leise singen –

schweigend lausche ich dem Lied
und fliege frei auf Traumes Schwingen.
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Was ist es

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Was ist es,
das mich weit wegträgt,
weg von mir selbst,
eine Reise ins Nirgendwo
und doch nur hier –
ein Raum ohne Fenster und Tür,
ein Ort indem sich die Sehnsucht
verläuft und Gefühle überborden.

Was ist es,
das mich gefangen hält,
gefangen in mir selbst,
mich umher irren lässt
wie eine Fremde –
weit weg von ihrem Planet,
nur eine vage Ahnung,
die in der Seele schwebt.
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Rabenschwarze Nacht

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Während du schläfst
in rabenschwarzer Nacht
geht die Liebe
still durch dich
und der Wildrosenbusch,
der längst verwelkt,
erblüht nur für dich –
in diesen stillen Stunden
einer rabenschwarzen Nacht
erwacht in dir der Himmel,
verfliegen lange Schatten
und eine Träne rinnt
über dein lächelndes Gesicht.
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Stranden

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Es ist Herbst, süße Melancholie
wabert Nebelschwaden gleich
durch feuchtkühle Luft –
noch immer träumst du
vom Glück gelichteter Tage,
die hell durch deine Seele kreisen,
wie der freie Vogel,
der himmelweit schwebt,
federleicht und unbeschwert.

Doch bald legt klirrender Frost
deine zitternde Seele schlafen,
langsam verblassen Farben,
wie aus deinem Haar gekämmt –
nur der Liebe ewige Brandung
schlägt hohe Wellen
und lässt dein sehnendes Herz
lichtdurchflutet stranden.
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Wann…

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Die Tage fahren Achterbahn.
Das Herbstlicht erhellt ein wenig den Dunstkreis.
Ein Rotkehlchen mit süßen Knopfaugen schaut mich an.
Es wirkt so zart und zerbrechlich,
aber hüpft fröhlich über die Wiese.

Wann bin ich das letzte Mal fröhlich über eine Wiese gerannt,
vielleicht um den Sonnenstrahl einzufangen oder meine Träume –

Hand in Hand mit dir,
lachend, wie Himmelskinder,
in deren Augen sich
Mond und Sterne spiegeln
und die Welt sich dreht
im Glück des Beieinanderseins,
für diesen einen Moment.
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Fata Morgana 

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(2.Urlaubszwischengruß)
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Der Wind dreht sich,
dringt in jede Zelle
meines Seins –
Veränderung kündigt sich an,
drängt sich auf
und wirbelt alles durcheinander.

Ich spüre dich in meiner Seele,
prickelnd und eingebrannt,
wie das Salz auf meiner Haut
und doch so unfassbar und fern
wie eine Fata Morgana
im Wüstensand –
immer wieder aufschimmernd
im flirrenden Sonnenlicht.
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Resonanz

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Matt spiegeln sich Träume
im Fensterglas –

vorbeiziehende Wolken tragen
Sehnsucht ins Himmelsweit –

zwischen zwei Atemzügen
ein Knistern –

etwas tritt in Resonanz
und streichelt die Seele –

Gefühle tanzen voller Hingabe
in der Stille des Herzens –

eine Träne sucht den Weg
durchs Labyrinth
und hinterlässt liebend eine Spur
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Flügel..

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Still schält sich der Tag aus der Nacht.

Traumfragmente hängen noch
in warmer Sommerluft
wie lichtschimmernde Fäden
aus unbekanntem Land.

Eine zart-feine Spur
aus Sternenstaub,
glitzernd im anbrechenden Morgenlicht –
aufgewirbelte Sehnsucht,
kreisend im lauen Wind.

Wo sind meine Flügel?
Das Fliegen hab ich längst verlernt…

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Brücken

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Während laut Regen
ans Fenster prasselt,
fallen unmerklich Tränen
in tiefen Grund –
leise Melancholie zieht
mit den Flüssen,
verwunschene Träume
schaukeln im Wind –
mit dem Finger
ziehe ich Linien,
wie Brücken,
darauf geht mein Herz
leichter durch die Nacht.
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Die Rose

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Deine Blätter sind welk.
Die Knospe hat es noch nicht
zur Blüte gebracht.

Hebe deinen Kopf,
schlafe nicht –
noch bist du nicht verloren.

Wolken bringen Regen
und löschen den Durst.

Auch der Mond strahlt Licht
in traurig-dunkle Nacht
und zarte Hände
hüllen dich in Wärme.
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Kindheitserinnerungen II

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Ich stehe fröstelnd am Fenster.
Zwischen den noch kahlen Bäumen auf dem Friedhofsplatz
leuchtet verschwommen der Mond.
Auf den Gräbern flackern vereinzelt Lichter.
Vom Himmelszelt funkeln Sterne
in diese eine, fast klare, dunkle Nacht
dieser Besuchstage im Elternhaus.
Erinnerungen vermischen sich mit Jetzt-Blicken,
versetzen mich zurück in meine Kinderzeit.

Auch da stand ich oft lange fröstelnd nachts am Fenster,
ließ mich einfangen von Mondlichtstimmungen und Grabesstille,
bis mich die Müdigkeit überfiel und ich in den Schlaf sank.
Morgens weckte mich das Gurren der Holztauben
und die großen Uhus auf den Friedhofsbäumen stießen
ihren gespenstischen Schrei in die Stille,
bevor sie im Tageslicht verstummten.

Alles ist mir so vertraut, nur die Uhus gibt’s heute nicht mehr.
Weit in der Ferne rauscht ein Zug vorbei,
Autos rattern schneller und lauter über die unebene Straße. –
Der Tag erwacht, die Stimmungen der Nacht sind in mir verankert
und leben in mir, werden immer sein, egal an welchem Ort ich mich befinde.
Manches erscheint genauso, als wäre die Zeit stehengeblieben,
anderes im Außen und Drumherum hat sich verändert.
Die elementaren Fragen von damals bleiben bis heute
beim Blick in die Sterne, in die Weite.

Erinnerungen leben auf und verblassen wieder,
alles kommt und vergeht,
Gräber verschwinden, neue entstehen –
Leben und Tod
und über allem die Sterne,
ewiglich funkelnd in die Stille der Nacht.

Manchmal frage ich mich, ob es mich geprägt hat,
direkt neben dem Friedhof groß geworden zu sein,
mit Blick auf den Tod, das Vergehen, die Grabesstille,
das Spüren von Stimmungen und Leid,
bis hin zur Freude, der mit Blumen geschmückten Gräber,
die im Erblühen von Leben und Schönheit zeugen.
Es hat mir nie Angst gemacht, macht es auch heute nicht,
es ist gerade so, als wäre der Tod mir schon immer vertraut
mit seinem Geheimnis und in seiner Melancholie.
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Lichtsterne

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Gestern wanderte mein Blick
Richtung Sonnenstrahlen
und siehe da,
Lichtsterne tanzten vor meinen Augen
und für einen kleinen Augenblick
durchströmte mich ein Glücksgefühl,
rauschte durch Herz und Adern
und übertönte wie eine schöne Melodie
meine Sehnsucht und Melancholie.
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