Trockene Wüste

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In die Stille des Tages
-in trockene Wüste-
fällt ein Netz über mich
aus Gedanken, Worten und Klängen,
aber das ist es nicht
was mir fehlt,
gar meinen Tag erhellen könnte –
da ist etwas anderes,
das mein Dunkel durchwandert,
mich nicht untergehen lässt
und nachts wachen
die Sterne über mir,
dann träume ich mit dem Mond,
als wäre er mein Freund,
der mir Geschichten erzählt
vom Erdenrund aus längst
vergangener Zeit
und wenn der Morgen naht,
verblassen all die Traumgeschichten
und Schatten legt sich über mich,
während die Sonne draußen lacht.
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Gedanken über Bruchstellen

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Es gibt manchmal kleinere Risse auf dem Lebensweg, die sind reparabel.
Größere Risse hingegen werden zu Bruchstellen und Bruchstellen sind Brüche.
Bruchstellen unterbrechen den Lebensweg, sind oft tief und abgründig.
Ein Bruch kann eine Aufforderung sein.
Er zeigt die Möglichkeit abzubrechen, aufzubrechen.

Es stellen sich Fragen:

Was bricht auf?
Was bricht ab?
Wohin führt der Weg?

Eine Veränderung steht an. Sie wirkt bedrohlich und befreiend zugleich.
Ungewissheit, die verunsichert.
Leerlauf ohne Richtung.
Verloren im Zeitenlauf.
Aufbrechen um anzukommen bei sich selbst.

Der Sprung über die Bruchstelle ins eigene Sein.
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Irrtum und Anfang

Der Irrtum und das Scheitern sind sozusagen etwas, was dem Leben(s)entwurf) inbegriffen ist. Darin liegt aber auch die Möglichkeit zur Umkehr/Rückkehr. Rückkehr zu mir selbst, vielleicht sogar erstmalig.

Wie oft leben wir ein Leben, das gar nicht zu uns passt und wie lange richten wir es uns gemütlich darin ein. Womöglich ohne zu merken, dass wir eigentlich gelebt werden, weil wir nach irgendwelchen Vorgaben leben, nach dem was von uns erwartet wird oder als Flucht in eine Art fröhliche Scheinwelt. Doch irgendwann taucht da plötzlich so ein komisches Gefühl auf, dass etwas nicht stimmig ist, vielleicht auch ausgelöst durch ein Ereignis. Und plötzlich passt unser ganzes bisheriges Lebenskonzept nicht mehr. Was folgt ist Erschütterung und Leere, Orientierungslosigkeit. Wir treiben ziellos, orientierungslos auf offenem Meer. Jeden Moment könnte eine riesen Welle uns verschlucken und vielleicht wäre uns das gar nicht so unrecht, obwohl es auch Angst macht. Wir möchten am liebsten verschwinden, möchten fliehen, weil es nicht auszuhalten ist in diesem Zustand, weil dieser Zustand uns unerträglich wird. Wir rudern im Ozean, mal treibt es uns in diese, mal in jene Richtung, wir erschöpfen uns daran, verlieren an Kraft. Dann fühlen wir uns verloren, immer mehr, kurz vor dem Untergang, fremd in der Fremde, wie eh und je.

Wie also ans rettende Ufer gelangen? Wir könnten um Hilfe rufen und uns ans Ufer ziehen lassen, aber ist das Rettung? Irgendwo ausgesetzt werden, wo wir gar nicht hin wollten, wieder in der Fremde, in der wir uns unwohl fühlen, nur weil die Rettenden meinen, uns einen Weg vorgeben zu müssen, der für uns gut und richtig wäre?
Ist jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, um innezuhalten?

Stille

..und nochmals Stille

Stille, Ruhe, Innehalten, aber kein Erstarren..

Warten, bis sich etwas von sich aus zeigt, etwas, das uns in eine bestimmte Richtung zieht, aber ohne fremd gezogen zu werden.
Eine Richtung oder ein Geschick, das uns bestimmt ist, für das wir einstehen und uns entscheiden, ein Wagnis.

Nunja, für mich auch ein Wagnis diese Zeilen zu schreiben und zu veröffentlichen.
Ein Wagnis, weil die Möglichkeit als Irrtum inbegriffen ist, weil ich womöglich nicht richtig erkannt oder verstanden habe. Mit meinem Philosophenfreund habe ich viel darüber diskutiert in der Vergangenheit, viel darüber nachgedacht. Die Gedanken brauchten viel Zeit zum Reifen, ob sie schon reif genug sind, um darüber zu schreiben weiß ich nicht, aber sie reifen ja noch weiter.

Ich bin auf dem Weg, schon lange, einem Weg voller Irrtümer, immer wieder. Ich habe gelernt zu warten, aber manchmal auch zu lange zu warten, weil mir oft der Mut fehlte für einen nächsten weiteren Schritt. Es ist eher eine vage Ahnung, die mich in eine Richtung zieht und ich bin vorsichtig, weil schon so oft gescheitert. Ich taste mich langsam durch den Nebel, wirklich sehr langsam, und so manches Mal wünschte ich mir, dass nicht der Nebel, sondern ich mich auflöse, aber es ist die Nebelwand, die ich durchdringen muss.

Die Wahrheit ist einfach, sagt man, ist sie wohl auch, aber schwer im Vollzug.

Ich bleibe dran und ich schreibe, endlich, endlich bin ich wieder ins Schreiben gekommen,
nach ewig langer Schreibblockade, nach Qual und Drang. Ein Anfang, ein kleiner Anfang, ein winziger Schritt, aber ein Schritt, der für mich wichtig ist, um nicht gänzlich unterzugehn oder in Erstarrung zu verharren.

Umfangen

Es umfängt mich ein tiefes Sehnen,
unaufhörlich
durchdringend
bis zur Unerträglichkeit,
führt mich in verborgene Räume
meiner Seele,
bis auf den Grund des Nichts.

Kein Halt,
kein Nichts,
nur tiefes Sehnen
ruft mich,
ruft dich,
strecke meine Hände
dem Nichts entgegen.

Wo bist Du,
wo bin ich
in eisiger Nacht,
wenn alle Vorstellungsbilder fallen
und nur übrig bleibt,
was wirklich IST.

Einfach ein bisschen träumen

Einfach ein bisschen träumen,
das sei mir erlaubt,
nicht verlieren im Wunschkabinett.

Einfach ein bisschen träumen,
der Hoffnungslosigkeit gegensteuern
und der Leere ein wenig Fülle bieten.

Einfach ein bisschen träumen,
auch wenn das Schicksal darüber lacht.

Einfach ein bisschen träumen,
nicht verlaufen im Sehnsuchtsland,
wo Gefühle auf Befreiung warten.

Einfach ein bisschen träumen,
nicht erstarren in Leblosigkeit,
die das letzte Licht auslöscht.

Einfach ein bisschen träumen,
nicht flüchten aus der Zeit,
die scheinbar in Maßlosigkeit verrinnt.

Einfach ein bisschen träumen,
nicht untergehen in Einsamkeit,
die sogar der Geselligkeit entspringt.

Einfach ein bisschen träumen,
vom Traum der du bist,
weil mit dir alles so wirklich ist.