Mut

.
.
Schieb den Schatten
von der Seele
bevor du erstickst
bevor es zu spät

schieb die Wolken
fang den Lichtstrahl ein
flieh mit dem Wind
aus zu engem Gewand

greif nach dem Leben
lass es nicht
durch die Finger rinnen
solange Sehnsucht brennt

du bist nicht verloren
wenn jemand an dich denkt
der Himmel dich küsst
und Liebe sich schenkt
.

Advertisements

Innenschau

.
.
Schau
der Mond wandert über den See
ein Uhu ruft und zerreißt die nächtliche Stille
gespenstisch lacht ein Spiegelbild im Dunkeltraum
Bäume kichern knarzend im Wind
aufgescheuchte Nachtvögel flattern
hinter zitternden Augenlidern
Schatten steigt auf wie eine drohende Wolke –

Schau
Sterne beugen sich in den Morgen
Asche fällt vom Himmel wie verbrannte Ängste
nichts bleibt wie es war, bis ein Sturm
den Grauschleier von der Seele fegt
die Kammern des Herzens wieder belebt
und wie von einem Blitzstrahl getroffen
ein Leuchten durch den Innenraum zieht
.

Nah

.
.
Sterne fallen
durch dunkle Einsamkeit –
ich spüre deine Seele,
die mir so nah ist
wie mein Spiegelbild –
lass uns fliegen
durch Licht und
Schattenräume,
durch Raum und Zeit,
bis alle Ängste verbrannt…
bevor das Leben
durch die Sanduhr rinnt
und der Dämon lacht –
lass uns eintauchen
in den magischen Moment,
der wie loderndes Feuer
in unseren Seelenaugen brennt.
.

Wartende Momente

.
.
Wartende Momente ziehen vorbei
wie in einer Endlosschleife.

Ach könnte ich nur
einen einzigen Schritt setzen
auf neuer Spur,
in unbekanntes Land,
weg von ausgetretenen Pfaden –
mitten hinein,
in aufblühende Momente
verblassender Träume –
einen Weg bahnen
durch Schatten und Tränen,
mich selbst an der Hand nehmen
und gehen, immer weiter gehen
bis der Fluch der tausend Ängste
endlich restlos zerrinnt.
.

Zeichen

.
.
So gern würde ich
Zeichen
in den Himmel schreiben –
zwischen Mond und Sterne
eine Spur legen
in leuchtenden Lettern,
damit das Innere nach außen dringt,
die Wortlosigkeit sich in Bewegung setzt
und etwas von der Schwere nimmt.
.

Dieser Zauber

.
.
Da ist dieser Zauber,
wenn das Mondlicht
bis in meine Seele leuchtet
durch alle Schatten hindurch
und die Sterne flüstern
bis in meine Träume –

wenn meine Fantasie
mich in Welten entrückt,
bis meine zeitlose Seele
ekstatisch zu tanzen beginnt,
die Starre sich löst und
alle Ängste entweichen.

Da ist dieser Zauber,
wie ein Sonnenstrahl,
der in eine Lichtung fällt,
dieser magische Moment,
der Verzweiflung durchbricht
im anbrechenden Morgenlicht.
.

Entgegensehen

.
.
Wie versteckt sind deine Tränen,
die mich auch ungeweint erreichen
und tief in meine Seele tropfen.

Wenn du kommst, bin ich da –
die Bäume werden flüstern,
die goldenen Ähren sich wiegen
im sanften Abendwind.

Ineinander verwobene
Träume und Ängste
versinken im Glutrot
der untergehenden Sonne.

Eine Woge von Innigkeit
erfasst zitternde Nachtschatten,
die zärtlich umschlungen,
dem hellen Morgen
erwartungsvoll entgegensehen.
.

Schwingen

.
.
Bald geht der Schnee
und der Vogel breitet
seine Schwingen aus,
fliegt sich frei
in offener Weite –
ich schaue und träume
mich in die Ferne.
Warte, nimm mich mit
auf deinen Schwingen
und lass mich einen Hauch
deines Freiseins atmen,
bevor mich die Krallen
der Angst packen
und ich der Leichtigkeit
des Seins entschwinde.
.

Beginning

.
.
Bricht ein Traum in die Wirklichkeit ein
und fügt sich zusammen,
was zusammen gehört
ist das ein bewegender Moment,
der dich gerade dann trifft,
wenn du aufgegeben hast,
daran zu glauben,
weil es unmöglich scheint
und wirbelt alles durcheinander..

..
Der Klang ist vernommen,
der Tanz kann beginnen,
ein Tanz auf dem Drahtseil
zwischen Glücksgefühl und Fantasie,
zwischen Freude und Illusion,
zwischen Traum und Wirklichkeit,
zwischen lebendig sein und verloren sein..

..
bis alle Töne sich harmonisch aneinanderreihen
gleich einer wunderbaren Symphonie.
.

Ein Tag..

.
.
Draußen regnet es, der Himmel ist grau
und der Tag zieht sich wie Kaugummi.
Ich warte, dass die Stunden vergehen bis zum späten Nachmittag.
Eine Woche warte ich schon und die Zeit verging ganz gut.
Ich war abgelenkt, habe mich abgelenkt.

Heute holt es mich ein und ich sitze wie auf heißen Kohlen,
Unruhe steigt in mir auf und leichtes flau sein im Magen.

Ich warte auf ein Ergebnis.
Alles kann möglich sein, von gut bis verloren sein.

Ein Tag, der womöglich richtungsweisend sein wird,
eine Weiche gestellt wird…………………..
.

Schwerer Tag

.
.
Die Sonne scheint,
Sommerfeeling,
die Vögel zwitschern,
alles wunderbar und friedlich.

Alles könnte wunderbar und friedlich sein,
aber manchmal versucht das ‘Schicksal‘
erbarmungslos zuzuschlagen
und du weißt nicht, wie dir geschieht.

So ein Tag war heute für mich.
Ein schwerer Tag.

Wie schön wäre es, könntest du mich jetzt in den Arm nehmen.
.

Gedanken über Bruchstellen

.
.
Es gibt manchmal kleinere Risse auf dem Lebensweg, die sind reparabel.
Größere Risse hingegen werden zu Bruchstellen und Bruchstellen sind Brüche.
Bruchstellen unterbrechen den Lebensweg, sind oft tief und abgründig.
Ein Bruch kann eine Aufforderung sein.
Er zeigt die Möglichkeit abzubrechen, aufzubrechen.

Es stellen sich Fragen:

Was bricht auf?
Was bricht ab?
Wohin führt der Weg?

Eine Veränderung steht an. Sie wirkt bedrohlich und befreiend zugleich.
Ungewissheit, die verunsichert.
Leerlauf ohne Richtung.
Verloren im Zeitenlauf.
Aufbrechen um anzukommen bei sich selbst.

Der Sprung über die Bruchstelle ins eigene Sein.
.

Schatten

.
.
Der Tag lacht mir in Himmelsblau entgegen
und lädt ein,
sich im Licht der strahlenden Sonne zu sehn.

Doch mein Herz ist sehnsuchtsschwer,
versucht vergeblich einen Ausweg zu finden
und die dunklen Schatten zu umgehn.
.

Ahnungen

.
.

Sie hat manchmal solche Ahnungen, das ist schwer zu erklären, andere würden es vielleicht Intuition nennen oder Bauchgefühl oder wie auch immer.

Bei ihr ist es aber in dem Sinne komisch, dass diese Intuition oft nicht erst in einer jeweiligen Situation und Begebenheit zutage tritt, sondern schon lange vorher.

Das kann im positiven wie auch im negativen Sinne sein. Ahnungen, die Freude in sich tragen genauso wie Ahnungen, die nichts Gutes verheißen.

Manchmal überfällt sie eine Freude und sie ist tagelang oder gar wochenlang grundlos guter Stimmung, sogar wenn alles um sie herum trostlos, öde und in Missstimmung ist. Dann blüht sie auf wie eine wunderschöne Sommerblume mitten im kalten Winter, weil sie bereits den Frühling ahnt, der in ihr lebt, bis sich etwas ereignet, dass genau dieses freudige Vorgefühl in sich trägt und mit dem tatsächlichen Geschehen mischt. Dann beginnt ein wunderbarer Tanz.

Natürlich ist es nicht immer so klar und eindeutig und die Ereignisse und Begebenheiten so spektakulär.

Leider ist es auch im umgedrehten Falle so und leider überwiegen diese Fälle. Diese unheilvolle Vorahnung, die ihr aufs Gemüt schlägt und den zarten Keimling zu entwurzeln droht.

Oh, wie oft war das schon so und wie sehr sie sich davor fürchtet, wenn sich dieses Gefühl mal wieder einschleicht und den kurzen Tanz zu beenden droht. Diese Wehmut, die sie dann überfällt als wäre schon verloren, was sich gerade so glanzvoll entpuppt. Es ist gerade so, wie ein inneres langsames Entfernen und sich lösen, damit es dann, wenn das Ereignis eintritt, nicht ganz so schmerzhaft ist.

Klingt das verrückt? Ist das irre? Ist es vielleicht nur Angst vor Verlust? Sind es die vielen schmerzhaften Erfahrungen, die dazu geführt haben? Oder ist es ganz etwas anderes?

All diese Fragen hat sie sich auch schon gestellt und stellt sie sich immer wieder.

Doch alles Nachgrübeln nützt nichts, wenn sich die Ahnung einschleicht, dann ist sie da und geht nicht einfach wieder, lässt sich nicht abschütteln. So wie kleine fehlende Puzzleteile, die noch den Blick auf das Gesamtbild verhindern, purzeln nach und nach Bruchstücke von Geschehnissen in das Jetzt und vervollständigen das schreckliche Bauchgefühl bis hin zur Gewissheit.

Manchmal versucht sie sich dagegen zu wehren, redet sich ein, dass alles gut wird, dass sie sich irrt, verdrängt dieses aufsteigende Gefühl. Aber im Grunde genommen weiß sie, dass sie sich damit selbst etwas vormacht.

Ihr Fazit:

Es ist nicht leicht, der Wahrheit ins Auge zu blicken,
aber besser als sich in Täuschungen und Enttäuschungen zu verlieren.

.

Eine Abmachung

.
.
Sie hatte eine Abmachung mit sich selbst getroffen. Niemand wusste davon, es war ihr Geheimnis und Geheimnisse gehen schließlich niemanden etwas an. Oder vielleicht doch? Sie kam ins Grübeln. Als sie die Abmachung traf, war es noch ziemlich am Anfang einer wunderbaren Begegnung.
Begegnungen gibt es immer wieder im Leben, manche verflüchtigen sich bald, manche lassen Freundschaften entstehen, manche dümpeln so vor sich hin und man weiß nicht so genau, was es denn eigentlich ist. Es kommt auch vor, dass eine große Nähe und Vertrautheit entsteht. Das ist etwas Wunderbares und Kostbares und wie ein Schatz zu hüten.

Plötzlich war da diese eine Begegnung, die von Anfang an so vertraut war, so innig. Sie spürte diese Besonderheit, diesen Zauber. Aber schon nach kurzer Zeit dieses Funkensprühens gab es diesen einen Moment, wo alles zu kippen drohte. Dieser Moment fand in ihr statt, ganz im Stillen und nur sie selbst kannte den Auslöser dafür. Es hatte auch nur mit ihr selbst zu tun, das wusste sie und deshalb war sie still, sagte nichts und traf eine Abmachung, eine Abmachung mit sich selbst.

Sie war davon überzeugt, sich immer daran zu halten und immer schön darauf zu achten, dass niemals diese magische Grenze überschritten wird. Schließlich war sie geübt darin, ihre Gefühle im Zaum zu halten und die Tränen lautlos nach innen zu drücken. Keine Bruchlandung mehr, kein Schmerz, der sie in Stücke reißt. Nein, das würde sie nicht überleben, wo sie doch noch immer dabei ist, Risse zu nähen.

Eine Zeitlang ging das ganz gut, sie wehrte sich mit aller Macht, etwas zuzulassen, was ihr so fremd geworden ist. Sie kämpfte wie wild dagegen an, obwohl sie sich nie als Kämpferin bezeichnen würde. Sie redete sich ein, alles unter Kontrolle zu haben.

Nach und nach, fast unbemerkt, schlich sich eine Art Lockerung ein und gab Raum für kleine Momente aufkommender Freude, wie Licht, welches durch einen Spalt der Fensterläden fällt. Sie lächelte und sie weinte und sie fing an die kleinen Momente zu genießen. Doch immer wieder krabbelte da diese ‘Ermahnung‘ in ihr hoch, die sie an die Abmachung erinnerte.

Sie haderte und haderte, mit sich selbst, mit der Abmachung, mit dem Leben und anstatt die Fensterläden weit zu öffnen lugt sie immer nur ganz vorsichtig hinaus, blinzelt ins Licht, lächelt, tritt einen Schritt zurück und vergräbt sich in der Dunkelheit ihrer vergangenen Schatten und Ängste.
.

Kokon

.
.
Ich fliege nicht davon,
bin gefangen in meinem Kokon,
versuche mich zu befreien,
möchte laut schreien,
doch niemand hört mein Rufen
nach zigtausend Versuchen.

Hör immer nur Echos von überall,
in mir herzzerreißender Schall,
dann mache ich mich auf,
Schicksal nimmt unerbittlich Lauf,
bringt mich dem Echo sehr nah,
als wäre es zum Greifen da.

Sehnsucht hat mich erfasst,
als hätte ich mein Leben verpasst,
kurze Zeit tanzend im Wind,
öffnet Tür und Tor geschwind.
drehe mich im Hoffnungskreise,
welch seltsam anmutende Weise.

Schnell legen sich Schatten nieder,
drängen in Kokon immer wieder,
sperren ein, nehmen mir Luft,
unerträgliche, nebulöse Kluft,
begebe mich in wartende Stille,
Schicksal steuert nicht mein Wille.
.

Illusion

.
.
Illusion heißt, etwas zu sehen,
was so gar nicht ist,
sondern nur eine Vorstellung,
die den eigenen Wunsch
wiedergibt –
oder eine unbegründete Angst
je nachdem –
und dann sitzt du in der Falle
und es braucht manchmal sehr lange,
genau das zu erkennen.
…und das Schlimme am Erkennen
ist die Ernüchterung,
dieses bohrende Gefühl,
wie das Stochern in einer Wunde
…und das Schöne daran ist,
da ist eine Chance es loszulassen
und weiter zu gehen
…und das Verrückte daran ist,
es kann immer wieder passieren.
.

Tiefseetaucher

.
.
Es gibt Entscheidungen im Leben,
die tragen so schwer,
dass du dich lange Zeit unbemerkt
von dir selbst entfernt hast.

Wieso hast du es nicht bemerkt?

Ich habe es bemerkt,
schon sehr lange sogar,
aber ich war nicht fähig, etwas zu tun,
bin es immer noch nicht wirklich.

Was hält dich zurück?

Eine Moral, die mir eingepflanzt wurde,
Angst, die wieder und wieder geschürt wurde,
ein ganzes Weltbild, das mir eingebrannt wurde
…und alles nur,
um mich vor dem Untergang zu bewahren.
Dabei hat niemand bemerkt,
dass ich schon längst
durch die tiefsten Tiefen tauche
und am Untergehen bin.

Und nun?

Ich habe in den tiefsten Tiefen
viel Verschüttetes entdeckt,
das an die Oberfläche möchte
und gelebt werden möchte.
Nun versuche ich es zu befreien
und damit aufzutauchen.

Ob es gelingt?

Das kann ich nicht beantworten,
aber es wäre schön.
.

Irrtum und Anfang

Der Irrtum und das Scheitern sind sozusagen etwas, was dem Leben(s)entwurf) inbegriffen ist. Darin liegt aber auch die Möglichkeit zur Umkehr/Rückkehr. Rückkehr zu mir selbst, vielleicht sogar erstmalig.

Wie oft leben wir ein Leben, das gar nicht zu uns passt und wie lange richten wir es uns gemütlich darin ein. Womöglich ohne zu merken, dass wir eigentlich gelebt werden, weil wir nach irgendwelchen Vorgaben leben, nach dem was von uns erwartet wird oder als Flucht in eine Art fröhliche Scheinwelt. Doch irgendwann taucht da plötzlich so ein komisches Gefühl auf, dass etwas nicht stimmig ist, vielleicht auch ausgelöst durch ein Ereignis. Und plötzlich passt unser ganzes bisheriges Lebenskonzept nicht mehr. Was folgt ist Erschütterung und Leere, Orientierungslosigkeit. Wir treiben ziellos, orientierungslos auf offenem Meer. Jeden Moment könnte eine riesen Welle uns verschlucken und vielleicht wäre uns das gar nicht so unrecht, obwohl es auch Angst macht. Wir möchten am liebsten verschwinden, möchten fliehen, weil es nicht auszuhalten ist in diesem Zustand, weil dieser Zustand uns unerträglich wird. Wir rudern im Ozean, mal treibt es uns in diese, mal in jene Richtung, wir erschöpfen uns daran, verlieren an Kraft. Dann fühlen wir uns verloren, immer mehr, kurz vor dem Untergang, fremd in der Fremde, wie eh und je.

Wie also ans rettende Ufer gelangen? Wir könnten um Hilfe rufen und uns ans Ufer ziehen lassen, aber ist das Rettung? Irgendwo ausgesetzt werden, wo wir gar nicht hin wollten, wieder in der Fremde, in der wir uns unwohl fühlen, nur weil die Rettenden meinen, uns einen Weg vorgeben zu müssen, der für uns gut und richtig wäre?
Ist jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, um innezuhalten?

Stille

..und nochmals Stille

Stille, Ruhe, Innehalten, aber kein Erstarren..

Warten, bis sich etwas von sich aus zeigt, etwas, das uns in eine bestimmte Richtung zieht, aber ohne fremd gezogen zu werden.
Eine Richtung oder ein Geschick, das uns bestimmt ist, für das wir einstehen und uns entscheiden, ein Wagnis.

Nunja, für mich auch ein Wagnis diese Zeilen zu schreiben und zu veröffentlichen.
Ein Wagnis, weil die Möglichkeit als Irrtum inbegriffen ist, weil ich womöglich nicht richtig erkannt oder verstanden habe. Mit meinem Philosophenfreund habe ich viel darüber diskutiert in der Vergangenheit, viel darüber nachgedacht. Die Gedanken brauchten viel Zeit zum Reifen, ob sie schon reif genug sind, um darüber zu schreiben weiß ich nicht, aber sie reifen ja noch weiter.

Ich bin auf dem Weg, schon lange, einem Weg voller Irrtümer, immer wieder. Ich habe gelernt zu warten, aber manchmal auch zu lange zu warten, weil mir oft der Mut fehlte für einen nächsten weiteren Schritt. Es ist eher eine vage Ahnung, die mich in eine Richtung zieht und ich bin vorsichtig, weil schon so oft gescheitert. Ich taste mich langsam durch den Nebel, wirklich sehr langsam, und so manches Mal wünschte ich mir, dass nicht der Nebel, sondern ich mich auflöse, aber es ist die Nebelwand, die ich durchdringen muss.

Die Wahrheit ist einfach, sagt man, ist sie wohl auch, aber schwer im Vollzug.

Ich bleibe dran und ich schreibe, endlich, endlich bin ich wieder ins Schreiben gekommen,
nach ewig langer Schreibblockade, nach Qual und Drang. Ein Anfang, ein kleiner Anfang, ein winziger Schritt, aber ein Schritt, der für mich wichtig ist, um nicht gänzlich unterzugehn oder in Erstarrung zu verharren.

Revision

Ich habe den Eindruck, dass ich mal Revision machen muss in meinem Leben.
Irgendetwas läuft gewaltig schief.
Nicht nur, dass ich mich wohl auch irgendwie festgefahren habe, da ist noch viel mehr.

Vielleicht hilft mir der bevorstehende Urlaub ein wenig, wieder mehr Klarheit in mein Leben zu bekommen.
Ich hab mich auf meinem Weg verloren, bin zu sehr abgedriftet.

Genau das, was ich nicht wollte, wo ich dachte es zu erkennen und im Griff zu haben, genau das ist geschehen. Wieder und immer wieder, wie ein Sog hat es mich weggezogen.
Es ist so einfach, sich in seinen Vorstellungen und Wünschen zu verlieren, dabei ist es der größte Irrtum schlechthin.

Andererseits ist da aber auch etwas in mir, was raus möchte, was gelebt werden möchte.
Und dann diese tiefe Sehnsucht, die mehr und mehr Raum nimmt.

Da ist wohl zu viel durcheinander gepurzelt in meinem Leben. Vielleicht habe ich für viel Unnötiges zu viel Platz gemacht.
Ich könnte einen Kompass gebrauchen oder besser gesagt, ich muss lernen mit meinem inneren Kompass richtig umzugehen. Und ich muss aufräumen, aussortieren. Es kommt mir vor, als hätte ich mich selbst zugemüllt. Nun hat sich so viel angesammelt, dass ich kaum noch durchsteige und momentan überhaupt nicht weiß, wo ich eigentlich anfangen soll……………………………….

Dem Herzen folgen

Mein Herz spürt deine Sehnsucht
und fühlt deinen Traum,
so viel unausgesprochene Worte,
so viel Weite und offener Raum.

Haben uns beinah verloren
an unserer Grenze Verstand,
Zweifel und Ängste daraus geboren,
nur unser Herz hat erkannt.

Unsere Seelen funken Signale,
Nebelschwaden trüben die Sicht,
was bleibt ist nur Ahnung
und ein kleines Hoffnungslicht.

Werden wir nur warten und verharren,
oder wagen Grenzen zu sprengen,
anstatt an unserer Moral zu erstarren
und an selbst auferlegten Zwängen.

Unsere Herzen tragen Trauer,
weil wir uns so sehr vermissen,
lass uns durchbrechen die Mauer
im vertrauensvollen Seelenwissen.

Aufeinander zugehn

Sie hielten sich fest an ihrer Moral und ihrem Gewissen, als wäre es ein letzter rettender Strohhalm.
Dabei bräuchten sie nur loszulassen und aufeinander zuzugehen.

Sie suhlten sich in ihrem Schmerz und ihren Wunden, als würden sie darin Erlösung finden.
Dabei bräuchten sie nur aufzustehen und aufeinander zuzugehen.

Sie verzehrten sich an ihrem Sehnen und ihrer Einsamkeit, als müssten sie sich etwas beweisen.
Dabei bräuchten sie nur Entschlossenheit, um endlich aufeinander zuzugehen.

Sie warteten und warteten, kleine Momente und große Momente hindurch, als würde jeden Augenblick etwas geschehen.
Dabei bräuchten sie es nur zulassen und es wagen aufeinander zuzugehen.

Sie suchten nach Worten und Erklärungen, als würde es darauf ankommen.
Dabei bräuchten sie nur ihrer leisen Ahnung folgen und aufeinander zuzugehen.