Rabenschwarze Nacht

.
.
Während du schläfst
in rabenschwarzer Nacht
geht die Liebe
still durch dich
und der Wildrosenbusch,
der längst verwelkt,
erblüht nur für dich –
in diesen stillen Stunden
einer rabenschwarzen Nacht
erwacht in dir der Himmel,
verfliegen lange Schatten
und eine Träne rinnt
über dein lächelndes Gesicht.
.

Durchlässig

.
.
Manchmal fällt
mitten ins Vermissen
ein Wort,
ein Lächeln,
ein Gedanke –
dann wird dir
warm ums Herz
und Sehnsucht
brennt Löcher
in die Stille der Nacht.
Wie durchlässig das Glas,
wenn Liebe
deine Seele streichelt,
dich aufnimmt,
wie eine Feder
aus gebrochenen Flügeln
und dich wieder
zum Fliegen bringt.
.

Stranden

.
.
Es ist Herbst, süße Melancholie
wabert Nebelschwaden gleich
durch feuchtkühle Luft –
noch immer träumst du
vom Glück gelichteter Tage,
die hell durch deine Seele kreisen,
wie der freie Vogel,
der himmelweit schwebt,
federleicht und unbeschwert.

Doch bald legt klirrender Frost
deine zitternde Seele schlafen,
langsam verblassen Farben,
wie aus deinem Haar gekämmt –
nur der Liebe ewige Brandung
schlägt hohe Wellen
und lässt dein sehnendes Herz
lichtdurchflutet stranden.
.

Körperlos

.
.
Körperlos kamst du
mich im Schlaf besuchen.
Ich sah nur die Weite des Himmels.
Mein Blick verlor sich
im Nichts eines Traumes,
bis ich dich spürte ganz nah.
Ein Hauch, ein Kuss,
meine Lippen bebten
und deine Wärme hüllte mich ein,
wie in ein Kleid aus Rosenblättern
voller Liebe und Duft.
.

Wann…

.
.
Die Tage fahren Achterbahn.
Das Herbstlicht erhellt ein wenig den Dunstkreis.
Ein Rotkehlchen mit süßen Knopfaugen schaut mich an.
Es wirkt so zart und zerbrechlich,
aber hüpft fröhlich über die Wiese.

Wann bin ich das letzte Mal fröhlich über eine Wiese gerannt,
vielleicht um den Sonnenstrahl einzufangen oder meine Träume –

Hand in Hand mit dir,
lachend, wie Himmelskinder,
in deren Augen sich
Mond und Sterne spiegeln
und die Welt sich dreht
im Glück des Beieinanderseins,
für diesen einen Moment.
.

Fata Morgana 

.
.
(2.Urlaubszwischengruß)
.
.
Der Wind dreht sich,
dringt in jede Zelle
meines Seins –
Veränderung kündigt sich an,
drängt sich auf
und wirbelt alles durcheinander.

Ich spüre dich in meiner Seele,
prickelnd und eingebrannt,
wie das Salz auf meiner Haut
und doch so unfassbar und fern
wie eine Fata Morgana
im Wüstensand –
immer wieder aufschimmernd
im flirrenden Sonnenlicht.
.
.

1001 Nacht

.
.
(Kleiner Urlaubszwischengruß)
.

Sternenpracht
wie in 1001 Nacht
unter marokkanischem Nachthimmel –
Wellenrauschen verschluckt
den Lärm der Zeit

nur ein Flüstern im Wind
vernimmt meine Seele –
ewiges Sehnen spiegelt sich
wie Mond und Sterne im Meer

überall Spuren im Sand
von Zärtlichkeit –
warm und weich
rieseln Träume
durch meine Finger
.
.

Urlaub

.
.
Träume können überall dabei sein, auch auf Reisen,
vielleicht dort sogar noch intensiver.
So wie die Sterne überall über uns funkeln
und wie ein leuchtendes Schild uns wissen lassen,
wir sind nicht allein.
Träume und Sterne sind unsere stillen Begleiter,
auch in der Ferne.

In diesem Sinne –
hier und dort
in die Sterne schauen und träumen
und sich verbunden fühlen.

Habt eine gute Zeit, wo immer ihr seid.

Bis dann 🙂

..
.

Wirkung

.
.
Kein sanftes Gefühlswort
geht an mir vorbei
ohne zu wirken,
etwas zu be-wirken –
jede Berührung meiner Seele
bringt mir liebende Nähe,
trocknet Tränen
und lässt mich
für einen Augenblick
meine Welt vergessen,
in der ich eingesponnen bin
wie in einem Kokon.
.

Resonanz

.
.
Matt spiegeln sich Träume
im Fensterglas –

vorbeiziehende Wolken tragen
Sehnsucht ins Himmelsweit –

zwischen zwei Atemzügen
ein Knistern –

etwas tritt in Resonanz
und streichelt die Seele –

Gefühle tanzen voller Hingabe
in der Stille des Herzens –

eine Träne sucht den Weg
durchs Labyrinth
und hinterlässt liebend eine Spur
.

Schützend

.
.
Der Sommer hält sich sehr bedeckt,
neigt sich bald dem Ende.
Viel zu früh riecht es nach Herbst,
die Seele streckt sich
nach dem Licht
und der Wärme sanfter Hände.

Ein Vogel singt –
sein Lied so rein und frisch.
Er weiß um die blühenden Stunden,
die Hoffnung streuen im Sommerwind
und öffnet sein Gefieder.

Noch blühen Rosen hier und da,
ihr Duft betört die Sinne.
Liebe steigt ins Blütenblatt,
verströmt sich langsam in der Zeit
und legt sich ewig schützend
in den Seelen nieder.
.

Wartende Momente

.
.
Wartende Momente ziehen vorbei
wie in einer Endlosschleife.

Ach könnte ich nur
einen einzigen Schritt setzen
auf neuer Spur,
in unbekanntes Land,
weg von ausgetretenen Pfaden –
mitten hinein,
in aufblühende Momente
verblassender Träume –
einen Weg bahnen
durch Schatten und Tränen,
mich selbst an der Hand nehmen
und gehen, immer weiter gehen
bis der Fluch der tausend Ängste
endlich restlos zerrinnt.
.

Flügel..

.
.
Still schält sich der Tag aus der Nacht.

Traumfragmente hängen noch
in warmer Sommerluft
wie lichtschimmernde Fäden
aus unbekanntem Land.

Eine zart-feine Spur
aus Sternenstaub,
glitzernd im anbrechenden Morgenlicht –
aufgewirbelte Sehnsucht,
kreisend im lauen Wind.

Wo sind meine Flügel?
Das Fliegen hab ich längst verlernt…

..
.
.

Tragen

.
.
Du trägst mich durch die Nacht,
wenn ich weine
und dein Herz spüre
im Rhythmus des meinen.

Meine Sehnsucht flackernd
wie eine Kerze,
wenn Mondlicht sich im See
der Gefühle bricht.

Wo bin ich, wenn ich träume,
du über mir wachst
und ich mich fallen lasse
ins Zeitlose deiner Seele…
.

Leise

.
.
Leise
ein Flügelschlag
ein Hauch
eine Schwingung –
mein Herz stockt
ich spüre den Zauber
der nicht vergeht –
ausgespannt zwischen
Traum und Seele
Seele und Traum –
atme ich tief
den Duft
blühender Sterne
bevor ich sinke
in einsamen Schlaf
.

Etwas bleibt

.
.
Aus dem Radio dröhnt laut Musik.
Lauter, immer lauter dreht sie die Töne auf. Töne, die tief in ihre Seele dringen.
Sie singt mit, laut, immer lauter und sie möchte schreien, alles herausschreien, was in ihr bebt.

Manchmal gelangt sie an diesen Punkt, an dem es fast nicht mehr auszuhalten ist und dann muss es raus, all der Schmerz der seelischen Wunden, die nicht geweinten Tränen, auch Wut.
Alles was in ihr lebt und doch nie gelebt wurde, unterdrückt dahin schwelt wie ein Schwelbrand, der alles mit der Zeit verkohlt und zerstört, bis alles in Asche zerfällt.

Aber nein, nicht alles zerfällt, es bleibt etwas übrig. Immer bleibt etwas übrig, solange das Leben weitergeht.

Verflixt nochmal, immer diese Auslöser, die alles durcheinanderbringen, was sonst so schön versucht wird, unter Kontrolle zu halten. Dabei weiß sie doch ganz genau, dass das nicht möglich ist. Sie weiß auch wie schädlich es ist, aber sie kommt nicht dagegen an.

Alles gerät aus den Fugen. Es scheint, die Welt gerät aus den Fugen, also warum sollte sie dann verschont bleiben. Sie ist schließlich ein winzig kleines Teil dieser Welt, dieses Lebens, dieses Seins und somit kann sie gar nicht verschont bleiben.

Das Radio ist still, keine Töne mehr zu hören. Langsam ebbt die aufgewallte Woge ab. Sie schaut aus dem Fenster und beobachtet die schnell dahinziehenden Wolken, die ein wenig blauen Himmel freischaufeln. Die Blätter der Bäume wiegen sich im Wind hin und her.

Was jetzt, fragt sie sich selbst. Ein neuer Wellenzyklus beginnt. Ebbe und Flut, kommt ihr in den Sinn. Die Flut, die alles überfluten kann, wenn sie über das Ufer tritt und alles wegschwemmt, alles Geröll mit sich nimmt und immer einen Weg findet, weiter zu fließen, bis alles wieder abebbt und verrinnt.

Vielleicht sollte sie das Radio wieder anschalten und tanzen, nach den Tönen, der Melodie, die sie im Rhythmus davon trägt, mal schnell, mal langsam, dann wieder wild ekstatisch. Alles aus sich herausschütteln im Drehen, bis nichts mehr bleibt.

Ach ja, etwas bleibt immer, fällt ihr wieder ein und das ist gut so. Schließlich scheint die Sonne auch immer wieder in den Tag hinein nach dunkler Nacht, nach jedem Unwetter und wärmt mit ihren Strahlen, bringt Licht und lässt neues Leben gedeihen.
.

Einzigartige Stimmung

.
.
Jedes Jahr so um die Mittsommerwende bis in den Juli hinein halte ich Ausschau nach Glühwürmchen.
Meistens konnte ich sie bisher in lauen Sommernächten bewundern, dazu noch einen prächtigen Sternenhimmel.

Dieses Jahr habe ich noch keine gesehen, vermutlich wegen dem vielen Regen. Vielleicht habe ich ja noch Glück und vielleicht hört irgendwann der viele Regen auch mal auf. Ich glaube bis in den Juli hinein gibt es eine Chance, sie beobachten zu können.

Für mich ist es immer wieder wie ein kleines Wunder. Diese Magie, im Dunkeln die winzigen Leuchtpunkte, wie sie über Wiesen schweben, aus Hecken und Büschen aufsteigen. Eine verzauberte Welt öffnet sich da für kurze Momente und es kommt mir dann vor, als würde meine Seele zwischen all den kleinen Lichtpunkten schweben. Eine einzigartige Stimmung, die mich dann überfällt und mein Herz an einen Ort zieht, weit entfernt…
.
.

Blüten und Duft

.
.
Der Sommer glüht.
Vergänglichkeit brennt in der Seele.
Lavendelduft schläfert mich ein.
Ich träume von fallenden Blüten,
die mich bedecken.
Ein Nest aus Blüten und Duft.
Leuchtende Augen,
die Raum und Zeit durchdringen,
sowie Schatten und Licht.
.

Brücken

.
.
Während laut Regen
ans Fenster prasselt,
fallen unmerklich Tränen
in tiefen Grund –
leise Melancholie zieht
mit den Flüssen,
verwunschene Träume
schaukeln im Wind –
mit dem Finger
ziehe ich Linien,
wie Brücken,
darauf geht mein Herz
leichter durch die Nacht.
.

Wir könnten..

.
.
Wir könnten unsere Träume leben lassen
in unserer Fantasie,
dort sind keine Grenzen gesetzt,
alles ist möglich,
wir schreiben uns neu und frei.

Wir könnten Wolken schieben
und Sterne zählen,
im Mohnblumenfeld versinken,
leuchtende Momente
Tag für Tag,
Nacht für Nacht,
neu erschaffen.

Wir könnten Segel setzen
und davon segeln,
bis weit hinter den Horizont,
wo sich neue Träume erheben
aus unseren Seelen,
die miteinander verschmelzen,
wie Tränen,
die zusammen fließen
und als Morgentau glitzernd erwachen.
.

Zeichen

.
.
So gern würde ich
Zeichen
in den Himmel schreiben –
zwischen Mond und Sterne
eine Spur legen
in leuchtenden Lettern,
damit das Innere nach außen dringt,
die Wortlosigkeit sich in Bewegung setzt
und etwas von der Schwere nimmt.
.

Freude

.
.
Manchmal kommen Worte
genau zum richtigen Zeitpunkt –
streicheln die Seele,
erhellen den Augenblick.

Du spürst, wie sich
dankbar ein Lächeln ausbreitet
und sich Freude in den Tag schleicht,
weil jemand an dich denkt
und Anteil nimmt –
an deinem unsichtbaren Leben.
.

Tasten

.
.
Wie Fingerspitzen
die sich berühren
und vorsichtig tasten
nach Durchlässigkeit
ihrer Gefühle –
so nähern sich Seelen
in ihrer Empfindsamkeit
und tasten vorsichtig,
zwischen Licht und Schatten,
nach Halt.
.

Die Rose

.
.
Deine Blätter sind welk.
Die Knospe hat es noch nicht
zur Blüte gebracht.

Hebe deinen Kopf,
schlafe nicht –
noch bist du nicht verloren.

Wolken bringen Regen
und löschen den Durst.

Auch der Mond strahlt Licht
in traurig-dunkle Nacht
und zarte Hände
hüllen dich in Wärme.
.

Wie viele…

.
.
Wie viele Worte schlummern
in einer nicht geschriebenen Geschichte…

Wie viele Gefühle schlummern
in einem nicht gelebten Herzen…

Wie viele Lebensstunden vergehen
in nicht gewagten Möglichkeiten…

Wie viele Tränen versickern
im nicht wahrgenommenen Sein…

Wie viel Liebe verströmt sich,
bevor das Glück der Träume
anfängt mit den Sternen zu tanzen…

..
.

Vielleicht

.
.
Vielleicht kann ich dich ertasten,
wenn es still ist
und die Sterne in mir tanzen,
die ich einst vom Nachthimmel
in mich hinein träumte,
um der Einsamkeit zu entgehen
und dem kühlen Hauch,
der ständig um mich weht.

Vielleicht kann ich mich erwärmen,
wenn es still ist
und in meinen Tränen
sich eine Seele spiegelt,
die mich sanft beruhigt,
wie leise wogendes Wellenrauschen,
weil ich weiß,
sie empfindet so wie ich.
.

Leichtfüßig

.
.
Nimm mich mit in den Tag,
der im Sonnenlicht lacht,
zeig mir das Glück
deiner ewigen Träume,
zeig mir das Leben
wie es leichtfüßig ist,
wenn die Schatten verschwinden
von erdrückender Seele –

wenn der Innenraum sich füllt
mit gleißendem Licht,
wir uns drehen und tanzen
nach unserem Lied,
bis ein Netz aus Sternen
die Welt umspannt,
der Augenblick schweigt
und der Tag neu erwacht.
.

Manchmal

.
.
Manchmal leuchten deine Worte
wie blühende Blumenfelder
im strahlenden Sonnenschein
bis in meine Seele.

Manchmal wünsche ich mir
diese Stunde geglückten Seins,
wenn der Duft deiner Liebe
in meinen Himmel einbricht.

Manchmal steigt unser Sehnen
wie Rauchzeichen in die Luft
und schreibt Buchstaben
in tränenschwere Wolken.

Manchmal fliegt im Schweigen
ein Kuss durch den Raum,
der schwebend leicht wie ein Falter
sich verewigt im Herzen niederlässt.
.

Ein Versuch

.
.
Ein Stern
in meinen Händen
-es scheint er träumt-
ich umschließe ihn sacht,
damit er sich nicht erschreckt –

ein Schneestern
er schmilzt
zurück bleibt ein Tropfen
in hohler Hand –

wie eine Träne,
die Wärme sucht
und sich im Unbekannten
schützend findet.
.

Glückssterne

.
.
Immer wieder platzen Träume wie Seifenblasen
und trotzdem höre ich nicht auf zu träumen,
weil ich im Traum meiner Seele ganz nah bin
und lerne, mein Dasein in Liebe und Schönheit
zu kreieren, bis etwas davon ganz still und leise
in die Welt einbricht und wie ein Zauber
kleine Glückssterne in meinem Herzen tanzen.
.

Innigkeit

.
.
In manchen Momenten
spüre ich diesen Hauch
von Innigkeit –
wie der Wind,
der weht und verweht.

Dann ergreift mich ein Schaudern,
ob der Flüchtigkeit –
doch etwas bleibt zurück,
breitet sich aus,
füllt mein Herz bis zum Überlauf.
.