Vorübergehende

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Im fahlen Licht der Sterne
warte ich auf meine Träume
warte bis du kommst
und mir sagst
wir können gehen
verschwinden in der Nacht

Wir ziehen mit den Wolken
durchwandern Schatten und Licht
zittern wie Blätter vorm Fall
im aufkommenden kalten Wind

Was sind wir
außer Vorübergehende
Fremde
die eine Zeitlang
in dieser Welt sind
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Dankeschön

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Für euer Leseinteresse und eure Kommentare zum Beitrag vom 15.8. möchte ich ALLEN herzlichst danken. Eure Anteilnahme, eigenen Erfahrungen, Trost, Mut machen ….haben mich sehr berührt. Einige Antworten sind mir tränennah gegangen. Für mich sind es viele Anregungen zum Nachdenken und es wird noch lange nachhallen.

Trotzdem versuche ich bald wieder ins Dichten zu kommen, darin fühle ich mich ‘Zuhause‘, finde mein seelisches Gleichgewicht.

DANKE
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Erschütterung

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Erkenntnis kann ziemlich wehtun und erschütternd sein.

In den letzten Jahren wurde ihr das immer klarer vor Augen geführt. Wenn es einen dann aber mal wieder ziemlich heftig trifft, ist es besonders schlimm. Es ist wirklich schwer, dann nicht zu verzweifeln oder ganz zu resignieren oder zu verbittern.

Bisher hat sie es immer irgendwie geschafft, sich wieder auf die Reihe zu bekommen, hat versucht, ihre Lehren daraus zu ziehen.

Gerade geht es ihr ziemlich mies und sie weiß noch nicht, in welche Richtung es weitergeht. In den letzten Tagen wurde ihr klar, dass jeder irgendwie in seiner eigenen Welt lebt. Jeder hat irgendwie seine Glocke um sich und sieht alles aus seiner Perspektive. Jedenfalls empfindet sie es so.

Wenn man sich nicht fügt, nicht anpasst, nicht nach der Vorstellung anderer sein Leben führt, dann wird man entweder platt gemacht, verstoßen oder erzogen, egal welches Alter man hat und schon lange den Kinderschuhen entwachsen ist. Engste Angehörige versuchen es immer wieder, sie nach ihrem Bilde umzuerziehen. Jeder zerrt und biegt an ihr und jeder scheint zu wissen, was für sie richtig ist. Die ach so gut gemeinten Ratschläge, -wie undankbar von mir-, denkt sie.

Menschen sind unterschiedlich, einer kämpft wie ein Stier für sein Recht und seine Meinung und ein anderer zieht sich zurück, ist vielleicht auch zu schwach oder zu erschöpft, um sich immer wieder zu rechtfertigen und zu erklären. Sie ist kein Don Quichotte. Überhaupt kann sie doch nur für sich selbst wissen, was ihr gut tut und was nicht.

Ihr sind die Nerven durchgegangen. Sozusagen der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Sie ist ein Mensch und keine gefühllose, funktionierende Maschine, die man je nach Bedarf programmiert. Jeder hat seine Grenzen des Erträglichen.

Und jetzt? Sie weiß es nicht……
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Heimatland

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Mein Blick verliert sich
am Horizont
zwischen Himmel und Land
zwischen flirrender Sonne
und wirbelndem Staub

ein Bild steigt auf
Konturen im Licht
Erinnerungstropfen
vergangener Zeit

eine Legende schlummert
in Dunkelhöhlen
träumt von Erlösung
und Dechiffrierung

schenk mir ein Zeichen
ins Schattenbewusstsein
zieh mich behutsam
ins Heimatland
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Wessen..

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Wessen Herz ist nicht zerrissen
oder verschlissen vom wilden
Pochen weit über die Zeit hinaus –
wie eine Blüte vom Stängel gerissen,
gefallen zwischen Lüge und Traurigkeit.

Wessen Liebe ist edel und rein,
wie glitzernder Morgentau im Licht –
der tropfe zuerst sein heißes Blut
in frischen weißen Schnee,
bis die letzte Illusion erlischt.

Wessen Seele wandelt nicht
auf steinigen, schmerzvollen Pfaden,
bis die Erschütterung ihn trifft –
dass nichts und niemand hier auf Erden,
die dunklen Schatten nehmen kann
und all das zerstörerische Gift.
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Wie viele…

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Wie viele Worte schlummern
in einer nicht geschriebenen Geschichte…

Wie viele Gefühle schlummern
in einem nicht gelebten Herzen…

Wie viele Lebensstunden vergehen
in nicht gewagten Möglichkeiten…

Wie viele Tränen versickern
im nicht wahrgenommenen Sein…

Wie viel Liebe verströmt sich,
bevor das Glück der Träume
anfängt mit den Sternen zu tanzen…

..
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Hoffnungsstilles Sein

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Matt schimmernd
spiegelnde Seele
im Fluss der Tränen –

hinfort spülend
all die Traurigkeit
verbrauchten Lebens –

gereinigter Augenblick
zeigt sich dem Morgen
im neuen Farbenkleid –

kurz fallend die Maske
trügerischen Abbilds
zerronnener Schatten –

wegweisend erscheint
klares Seelenbild
im reflektierten Licht –

Aufbruch und Wandel
ewiges Sehnen
in hoffnungsstillem Sein
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Wandel

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Manchmal ahne ich schon
den Frühling in mir,
mitten in der Winterzeit –
oder ist es eher der Wunsch,
der in mir wohnt,
wartet und hofft
auf neues Erblühen,
Wärme und Licht.
Möchte Kälte, Dunkel
und Schatten fliehn
und weiß doch,
das alles ist
und zu seiner Zeit
ewig wandelnd,
ineinander übergreifend
im Kreislauf des Seins
erscheint und vergeht.
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Unwirklichkeit

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Hörst du die Bäume flüstern
im Rauschen des Windes,
siehst du das Mondlicht flackern
in den engen dunklen Gassen –
plötzlich sind da Risse im Traum,
etwas bröckelt langsam,
Befremdlichkeit in der Fremde.
Im künstlichen Licht der Laterne
fühle ich die Unwirklichkeit
meines Seins
und in der Stille der Nacht
zieht mein Sehnen mich
in die Ferne des Unbekannten,
Unbegreiflichen,
bevor meine Seele in Kälte erstarrt.
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Verquer

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Bitte geh nicht,
auch wenn du gar nicht da bist –
es ist so ein beruhigendes,
wärmendes Gefühl,
auch wenn ich es gar nicht
wirklich erklären kann.

Es ist schön,
wenn du da bist,
etwas von deiner Seele zu spüren ist,
auch im Unscheinbaren.

Vielleicht denkst du ja,
dass ich verrückt bin,
vielleicht bin ich das zuweilen sogar –
meine Seele passt in kein Schema
und doch sind ihr Grenzen gesetzt.

Ich weiß nicht,
wohin mich das Leben noch führt,
bisher bin ich nicht angekommen
und vermutlich werde ich das nie –
denn wie kann es Ankommen geben,
wo alles Wandel ist
und ich mich fühle wie
ein Wanderer durch die Zeit.
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Eingebettet

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Das Leben besteht nicht nur aus
schwarz und weiß,
alles oder nichts.
Es gibt zig Zwischenstufen,
die das Leben bunt machen
in sämtlichen Facetten.
Die Vielfältigkeit zeigt sich
in der Natur,
im ganzen Universum,
und auch in der menschlichen Seele.
Zwischenstufen, Zwischenschritte
können aufeinander aufbauen,
ineinander übergehen,
weiterführen.
Zwischen Anfang und Ende
liegt ein Dazwischen
und darin leben wir,
in diesem Spektrum
und werden durchgeschüttelt,
wieder und wieder,
darin sind wir eingebettet –
im ewigen Kreislauf des Seins.
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Wie ein Kieselstein..

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Wie ein Kieselstein im Flussbett
einer unter vielen
vom Wasser umströmt
geformt und geglättet
eingebettet im Zeitenlauf
vergessen als Ding
im todlosen Sein –
nur manchmal glitzernd
im Licht der Sonnenstrahlen
steigt Schönheit empor
und spiegelt Leben
in unzähligen Farben
umliegender Natur,
bis im Schatten der Bäume
sich der Glanz verliert
und sämtliche Nuancen von
grau und dunkel
hinein in den hellen Tag
gebiert.
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Labyrinth

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Alles verändert sich,
alles vergeht –
in die Schatten der Erinnerung
dringt nur manchmal Licht,
um die verschlungenen Pfade im Labyrinth
der Illusionen zu durchleuchten.
Der Wind verweht alte Spuren
und legt neue frei –
noch hängen vereinzelt welke Blätter
vom letzten Herbst an den Bäumen,
bis bald neues Hoffnungsgrün
sie taumeln lässt.
Meiner Sehnsuchtsspur folge ich
unermüdlich durchs Labyrinth,
bis eine Mauer aufbricht
für eine erweiterte Sicht.
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Kein Halt

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Kein Halt,
wenn ich untergehe,
mich verliere,
um mich neu zu finden.

Ich bin müde
vom vielen Erklären,
vom Ertragen,
vom Warten –
ausgebrannte Seele,
gelöschte Feuer,
Verglühen Tag um Tag.

Tränen fließen im Fluss
der Unentrinnbarkeiten,
ein reißender Strom
durch alle Gefühlslagen
bis in dunkelste Tiefen.

Kein Halt,
wenn ich falle
in den wartenden Moment,
der nicht kommt,
weil es kein
Rückwärtsleben gibt
und im Vorwärts nur
Vergänglichkeit winkt.
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(Der Song hat meine Stimmung verstärkt, inspiriert…wie auch immer…
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http://youtu.be/S235NJArx4Q )
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Es liegt was in der Luft

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Es liegt was in der Luft
zum Lachen, zum Weinen,
zum Schreien –
so laut, dass alles gesprengt wird,
was einengt, was festhält,
was zerfrisst….
so greifbar nah, dass es
von einer Welt in die andere
drängt und sich vermischt.

Gegensätze – Gegenspieler
schwarz und weiß
Nichts ist wie es scheint,
alles in einer Seele vereint –
lässt sich nicht zerpflücken,
nicht unterdrücken, nicht aussortieren,
nicht kontrollieren.

Kein Entrinnen,
nur tiefer Schmerz der beißt
und durch die Seelenhölle reist,
um zu rütteln und zu schütteln,
bis alles durchlebt und durchlitten –
um sich neu zu formieren
im sich einander Durchdringen
der Schattenbilder
des einen im andern.
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Worte

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Worte
balancieren über schmalen Grat,
über Abgründe hinweg,
in Abgründe hinein,
versuchen Brücken zu bauen,
um sie dann wieder zu zerstören –
nur manchmal, in seltenen Fällen,
gelingt es vorzudringen,
zum Wesen, hinter den Worten,
hindurch die Abgründe
bis tief ins Narbengeflecht,
um dahinter
ins wortlose Verstehen
zu fallen.
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Ach..

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Ach, wie groß ist dein Schmerz,
wieviel Tränen weinst du?
Ach sag, deine Trauer,
wann geht sie?
..und warum weiß ich davon,
wo ich doch nichts weiß.
Welches Geheimnis
verbirgt sich im Leben
und welches im Sterben.

Ich schau zu den Sternen,
der Blick in die Weite,
die mich umfängt.
Ach, erzähl mir
von deinem Sehnen,
das in dir ist,
mal leise schlummernd,
dann laut und fordernd
und niemals erlischt.

Ach, weißt du
Sterne explodieren,
Welten gehen unter
und formen sich neu.
Wir kommen und gehen,
sind Wanderer durch
Zeit und Raum hindurch,
nicht nur in unseren Träumen
und irgendwo gibt es
immer wieder
einen Anfang und Licht.
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Lebensspiel

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Das Leben ist ein Spiel
irgendwie,
die Welt die Bühne,
die Menschen die Figuren,
doch manchmal krieg ich Zuviel
von diesem Spiel,
dann möchte ich nur noch raus
aus diesem Irrenhaus,
wo die Lüge stets neben mir steht
und die Abzocke jeden Weg geht,
wo die Figuren geschubst und angetrieben
immer mehr den Überblick verlieren,
wo Macht, Gewalt und Gier regieren
und Herzen kalt zu Eisblöcken gefrieren,
bis irgendwann
diese Welt aus Lug und Trug auseinanderbricht,
und das Spiel des Lebens
zu Ende ist.
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Nebulös

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Spüre deine Seele,
bin verwirrt,
der Worte,
die mich ansprechen,
als wären sie für mich,
als wären sie von mir.

Es nimmt mich mit,
trägt mich fort,
an den Ort,
den ich schon so lange suche.

Mein Spiegelbild,
ein Du zum Ich,
geheimnisvoll
und voller Licht.

Ein Traum –
träume ich?

Ein Rätsel –
löst es sich?

Noch tappe ich im Nebel.
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Tränendes Herz

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SDC16293

Im Frühjahr blüht das Tränende Herz,
zu einer Jahreszeit,
in der eigentlich viele verliebte Herzen tanzen.

Schon merkwürdig diese Symbolik,
die man darin sehen kann
oder auch nicht.

Für mich ist es gerade Symbol
für mein gebrochenes, weinendes Herz.

Es ist aufgebrochen und viele Tränen
sind herausgeflossen.
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Jetzt ist es leichter,
ein Teil der Schmerzen ist in einem Rinnsal weggeflossen
und hat Platz für Erkenntnis geschaffen:

Ich darf jederzeit hoffen und vertrauen,
nur nicht auf Worte und Menschen bauen.
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Gedanken über Bruchstellen

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Es gibt manchmal kleinere Risse auf dem Lebensweg, die sind reparabel.
Größere Risse hingegen werden zu Bruchstellen und Bruchstellen sind Brüche.
Bruchstellen unterbrechen den Lebensweg, sind oft tief und abgründig.
Ein Bruch kann eine Aufforderung sein.
Er zeigt die Möglichkeit abzubrechen, aufzubrechen.

Es stellen sich Fragen:

Was bricht auf?
Was bricht ab?
Wohin führt der Weg?

Eine Veränderung steht an. Sie wirkt bedrohlich und befreiend zugleich.
Ungewissheit, die verunsichert.
Leerlauf ohne Richtung.
Verloren im Zeitenlauf.
Aufbrechen um anzukommen bei sich selbst.

Der Sprung über die Bruchstelle ins eigene Sein.
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Ich atme Stille

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Ich atme Stille,
um zu hören –
nachtschwere Schatten
huschen vorbei,
versuchen zu lärmen,
wollen mich durcheinander bringen.

Ich atme Stille,
mitten im Lärmen,
ich atme Stille und schweige
über das –
was ich nicht sagen kann.
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Treiben lassen

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Manchmal lasse ich mich treiben
bis das Leben mich wieder einfängt
und in eine Richtung weist.

Manchmal gehe ich in eine Richtung
bis das Leben mir zeigt,
wie schön es sein kann,
sich treiben zu lassen.

Manchmal ist es so
und manchmal ist es so,
nur eines ist nie wirklich:

Stillstand

auch wenn es hin und wieder so scheint.

Das Leben ist Bewegung
und ich fließe darin
wie in einem unaufhörlichem Strom
auf dem Weg in die grenzenlose offene Weite.
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Blicke und Blickwinkel

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Ein neuer Tag begrüßt mich, wie jeden Tag.
Ein Blick aus dem Fenster, ein Blick in die Welt, in der ich mich befinde.
Blicke wie jeden Tag.

Blicke, Blickwinkel, Perspektiven,
Ansichten, Aussichten, Einsichten………

Ich schaue aus dem Fenster und sehe den Himmel,
mal grau, mal blau, alle möglichen Farbabstufungen davon,
immer anders, immer in Veränderung,
wie die Jahreszeiten, veränderlich, ineinander übergehend.

Meine Wahrnehmung färbt meine Blicke
und meine Prägung prägt meine Blickwinkel.
Viel zu lange schon verstellter Blick.

…und dann plötzlich –
etwas ist anders,
ich nehme eine andere Perspektive ein,
meine Wahrnehmung verändert sich
und ich frage mich:

Wo war ich die ganze Zeit?

Wo bin ich?

Wohin führt mich diese andere Sicht?

Einsicht – Aussicht

Gewichtung – Richtung

ab-sichts-los
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Irrungen

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Du hast mir mal wieder die Augen geöffnet,
in deiner Milde und unendlichen Geduld
und doch mit eindringlichen, ernüchternden Worten.
Worte, deren Wahrheitsgehalt mir Stiche versetzt haben.
Es ist ja nicht wirklich schwer zu begreifen,
es ist schwer anzunehmen,
die Wahrheit,
die so ganz anders ist als jede Vorstellung.

Ich selbst hab mich als blindes Huhn bezeichnet,
aber es ist nicht unbedingt die Blindheit,
es ist das Festhalten wollen
an einer ach so schönen Vorstellung,
an einem Klischee, einem Irrglauben.

Nun erkenne ich,
wie fehl ich gelaufen bin.

Ob mich das an weiteren Fehlgängen hindert?
Wie viele Irrungen habe ich noch gar nicht erkannt?
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Alle Jahre wieder

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Alle Jahre wieder
verfängt sich ein Traum
bricht ein in
stillen, geheiligten Raum

möchte gebären in
kalter dunkler Nacht
was lange verborgen
nun zu Leben erwacht

damit sich enthülle
was Wunder bewirkt
und leise sich ausdehnt
bis in weiteste, einsamste Ferne

in jeden neuen Tag hinein
über jede Jahreszeit hinaus
getragen von Hoffnung
Herzen ummantelt

Seelen erwärmt
Freude sich schenkt
Licht jederzeit
Gedanken lenkt


In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine lichtvolle, gute Zeit.

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NICHTS

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Letztens schrieb ich über Irrtum.
Verklärung ist auch Irrtum.
Ist ja auch so schön, sich zu versteigen.
Die Himmelsleiter nach oben
und dann der Aufprall unten.

Ernüchterung
Besinnung

Gewissermaßen lichtet sich die Nebelwand.

Wahrheit macht einsam
sagtest DU
und sagst es immer wieder.

Mein Blick schweift in die Ferne
zum Horizont.
Wind weht über kahle Felder –
sonst

NICHTS.
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Nebel

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Nebelverhangen beginnt der Tag,
lange bevor Lichter angehen.
Unruhige Nacht –
Gedanken zerreißen Schlaf,
bringen sich ein in Träume.

Langsam klart es auf,
da draußen,
wenn ich aus dem Fenster schau
und die Welt betrachte.
Doch wo ist die Klarheit,
die mein Denken beleuchtet –
wo die Worte, die mein Herz
zu formen sucht,
wo der Weg,
der mich nach Hause führt.
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Kokon

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Ich fliege nicht davon,
bin gefangen in meinem Kokon,
versuche mich zu befreien,
möchte laut schreien,
doch niemand hört mein Rufen
nach zigtausend Versuchen.

Hör immer nur Echos von überall,
in mir herzzerreißender Schall,
dann mache ich mich auf,
Schicksal nimmt unerbittlich Lauf,
bringt mich dem Echo sehr nah,
als wäre es zum Greifen da.

Sehnsucht hat mich erfasst,
als hätte ich mein Leben verpasst,
kurze Zeit tanzend im Wind,
öffnet Tür und Tor geschwind.
drehe mich im Hoffnungskreise,
welch seltsam anmutende Weise.

Schnell legen sich Schatten nieder,
drängen in Kokon immer wieder,
sperren ein, nehmen mir Luft,
unerträgliche, nebulöse Kluft,
begebe mich in wartende Stille,
Schicksal steuert nicht mein Wille.
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Im Traum

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Im Traum habe ich Flügel und kann fliegen,
hinweg über alle Grenzen,
überwinde Hindernisse und Distanzen.
Im Traum tragen mich Flügel
und ich bin schwerelos –
lasse los, lasse mich ein,
finde Halt
in meinem Sein,
bis ich erwache aus dem Traum,
flügellos und trotzdem auf Reise –
eben nur in anderer Weise
als der Traum,
der eine Möglichkeit ist
zu sein.
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Zuversicht

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Du kannst niemals verloren gehen,
in dieser scheinbar unendlichen Weite,
hier in dieser Welt,
weil da immer irgendwer ist,
der dich vermisst,
weil da immer irgendetwas ist,
das dich trägt,
weil da irgendwo –
hier im Vorübergehen,
in der Lebenszeit,
dein Zuhause ist
und weil genau dort –
immer irgendwie
DU und DEINE LIEBE ist.
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Jetzt sitze ich hier..

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Jetzt sitze ich hier, höre Musik,
Musik die mir zu Herzen geht,
die zu meiner Stimmung und den Tränen passt.
Ich gehe rein in dieses Gefühl, in diese Sehnsucht,
lasse mich davon wegtragen.

Solange habe ich gewartet, mich zermartert,
bin geirrt und habe mich verirrt,
hab in meine Abgründe geschaut,
hab genau meine Fluchtwege erkannt.
Fluchtwege, die eben nur Fluchtwege sind.
Immer wieder und wieder diese Fluchtwege gerannt,
um etwas zu finden, das schon immer da war, da ist –
aber nur hin und wieder mal durchblitzt.

Da ist in mir dieses unerschütterliche ‘Etwas‘,
wie eine Flamme, die nie aufgehört hat zu züngeln,
trotz heftigster Stürme und sich immer wieder entfacht.

Jetzt sitze ich hier, bin aufgewühlt, so viel in Bewegung,
so viel was gerade geschieht,
bin froh und dankbar der kleinen ‘Wunder‘,
die das Leben manchmal bereithält,
vielleicht weil wir in einem winzigen Moment
offen und bereit sind –
trotz aller Fluchtwege und Irrwege,
aller Zweifel und Verzweiflung.
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Illusion

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Illusion heißt, etwas zu sehen,
was so gar nicht ist,
sondern nur eine Vorstellung,
die den eigenen Wunsch
wiedergibt –
oder eine unbegründete Angst
je nachdem –
und dann sitzt du in der Falle
und es braucht manchmal sehr lange,
genau das zu erkennen.
…und das Schlimme am Erkennen
ist die Ernüchterung,
dieses bohrende Gefühl,
wie das Stochern in einer Wunde
…und das Schöne daran ist,
da ist eine Chance es loszulassen
und weiter zu gehen
…und das Verrückte daran ist,
es kann immer wieder passieren.
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Unheimlich

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Manchmal bin ich mir selbst unheimlich.
Vor allem wenn sich mein lyrisches Ich ausdrückt,
etwas aus mir heraus aufs Papier fließt,
was ich bewusst und mit dem Verstand
noch gar nicht fassen kann………
…und wenn es dann danach – später
sich mir ähnlich zeigt……

Gestern, ja, gestern ist es mir besonders aufgefallen,
sodass ich dachte, das gibt es doch nicht…….
und doch scheint es manchmal etwas zu geben,
das mit dem Verstand nicht zu erklären ist……….
.
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🙂
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Endlich losfahren

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Es ist nicht zu spät,
es ist an der Zeit.
Ein Zug fährt ein,
auf dem Bahnhof des Wartens.
Ich steige ein
und fahre, fahre endlich los.

Weißt du noch,
als du fragtest wohin die Reise geht
und ich es nicht wusste,
genauso wenig wie du.
Jetzt weiß ich es immer noch nicht so genau,
aber ich steige ein
und fahre, fahre endlich los.

Ich habe auf das Signal geachtet
und es steht auf grün,
grün wie die Hoffnung,
wie der Frühling mitten im Herbst.
Die Weiche ist gestellt,
der Zug rollt langsam an
und ich schaue
sehnsuchtsvoll
dieser Ausrichtung entgegen.
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Irrtum und Anfang

Der Irrtum und das Scheitern sind sozusagen etwas, was dem Leben(s)entwurf) inbegriffen ist. Darin liegt aber auch die Möglichkeit zur Umkehr/Rückkehr. Rückkehr zu mir selbst, vielleicht sogar erstmalig.

Wie oft leben wir ein Leben, das gar nicht zu uns passt und wie lange richten wir es uns gemütlich darin ein. Womöglich ohne zu merken, dass wir eigentlich gelebt werden, weil wir nach irgendwelchen Vorgaben leben, nach dem was von uns erwartet wird oder als Flucht in eine Art fröhliche Scheinwelt. Doch irgendwann taucht da plötzlich so ein komisches Gefühl auf, dass etwas nicht stimmig ist, vielleicht auch ausgelöst durch ein Ereignis. Und plötzlich passt unser ganzes bisheriges Lebenskonzept nicht mehr. Was folgt ist Erschütterung und Leere, Orientierungslosigkeit. Wir treiben ziellos, orientierungslos auf offenem Meer. Jeden Moment könnte eine riesen Welle uns verschlucken und vielleicht wäre uns das gar nicht so unrecht, obwohl es auch Angst macht. Wir möchten am liebsten verschwinden, möchten fliehen, weil es nicht auszuhalten ist in diesem Zustand, weil dieser Zustand uns unerträglich wird. Wir rudern im Ozean, mal treibt es uns in diese, mal in jene Richtung, wir erschöpfen uns daran, verlieren an Kraft. Dann fühlen wir uns verloren, immer mehr, kurz vor dem Untergang, fremd in der Fremde, wie eh und je.

Wie also ans rettende Ufer gelangen? Wir könnten um Hilfe rufen und uns ans Ufer ziehen lassen, aber ist das Rettung? Irgendwo ausgesetzt werden, wo wir gar nicht hin wollten, wieder in der Fremde, in der wir uns unwohl fühlen, nur weil die Rettenden meinen, uns einen Weg vorgeben zu müssen, der für uns gut und richtig wäre?
Ist jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, um innezuhalten?

Stille

..und nochmals Stille

Stille, Ruhe, Innehalten, aber kein Erstarren..

Warten, bis sich etwas von sich aus zeigt, etwas, das uns in eine bestimmte Richtung zieht, aber ohne fremd gezogen zu werden.
Eine Richtung oder ein Geschick, das uns bestimmt ist, für das wir einstehen und uns entscheiden, ein Wagnis.

Nunja, für mich auch ein Wagnis diese Zeilen zu schreiben und zu veröffentlichen.
Ein Wagnis, weil die Möglichkeit als Irrtum inbegriffen ist, weil ich womöglich nicht richtig erkannt oder verstanden habe. Mit meinem Philosophenfreund habe ich viel darüber diskutiert in der Vergangenheit, viel darüber nachgedacht. Die Gedanken brauchten viel Zeit zum Reifen, ob sie schon reif genug sind, um darüber zu schreiben weiß ich nicht, aber sie reifen ja noch weiter.

Ich bin auf dem Weg, schon lange, einem Weg voller Irrtümer, immer wieder. Ich habe gelernt zu warten, aber manchmal auch zu lange zu warten, weil mir oft der Mut fehlte für einen nächsten weiteren Schritt. Es ist eher eine vage Ahnung, die mich in eine Richtung zieht und ich bin vorsichtig, weil schon so oft gescheitert. Ich taste mich langsam durch den Nebel, wirklich sehr langsam, und so manches Mal wünschte ich mir, dass nicht der Nebel, sondern ich mich auflöse, aber es ist die Nebelwand, die ich durchdringen muss.

Die Wahrheit ist einfach, sagt man, ist sie wohl auch, aber schwer im Vollzug.

Ich bleibe dran und ich schreibe, endlich, endlich bin ich wieder ins Schreiben gekommen,
nach ewig langer Schreibblockade, nach Qual und Drang. Ein Anfang, ein kleiner Anfang, ein winziger Schritt, aber ein Schritt, der für mich wichtig ist, um nicht gänzlich unterzugehn oder in Erstarrung zu verharren.

Endlich..

Ein paar Tage aus dem Urlaub zurück und noch nicht zur Besinnung gekommen.
Noch nicht viel Zeit gehabt, Gedanken zu ordnen.

Heute endlich kurz Zeit zum Durchatmen.

Manchmal gibt es Zeiten, da gibt es viel zu tun, viel zu erledigen,
viele Verpflichtungen usw..
…das ist schon anstrengend genug, aber dann ist es so und nicht immer ist es
zu ändern oder anders zu organisieren.

Aber wenn ich mehrere Tage hintereinander zwischen 15-18 Stunden vereinnahmt werde, dann ist für mich schnell ein Punkt erreicht, wo sich alles in mir anfängt zu sträuben.
Ich brauche meine Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten, Zeit für mich, Zeit zur Besinnung zu kommen und räume gerne anderen diese Freiräume und Pausen ein.
Habe meist ein feeling dafür, wenn es Zeit ist zu gehen oder Zeit zu bleiben, Zeit für ein Gespräch oder Zeit für Stille.

Dann frage ich mich, warum haben andere so wenig feeling dafür und merken noch nicht einmal ihre Vereinnahmung, wenn ich schon total erschöpft bin oder freundlich darauf hinweise, mich mal zurückziehen zu dürfen. Warum werden meine ‚Grenzen‘ ständig überschritten, obwohl ich sie bei anderen wahre und versuche darauf zu achten, sie nicht zu überschreiten?
Was mache ich falsch?

Der Moment

Das ganze Leben ist Warten.

Ich warte und werde immer warten.

Warten auf den einen Moment.

Der Moment,

indem das Warten aufhört,

weil es geschieht.

Aber wie kann der Moment kommen,

auf den ich warte,

wenn ich es nicht glauben kann?

Abschiede

Abschiede sind immer schwer,
am schwersten sind die ohne Verabschiedung,
ohne Begründung und ohne Grund,
ein Weggehen und verlassen werden.
Das tut weh, immer wieder.
Mein Lebensweg ist gepflastert damit,
aber daran gewöhnen werde ich mich nie.
Manche Abschiede tun weher als andere,
aber das große Fragezeichen bleibt immer zurück
und der Schmerz und die Einsamkeit.

Wege

Wege gehend

Lebenswege
Irrwege
Umwege
Scheidewege
Sackgassen
Einbahnstraßen
Kreuzwege
Verzweigungen

..
.
Kann ein Weg je zu Ende gegangen sein,
außer mit dem letzten Atemzug?

Warum nur ist es so schwer?

Sie ist froh, voraussichtlich die letzte Spritze, der letzte Arztbesuch. Hoffentlich sind alle Blutwerte in Ordnung und nach langer Zeit und Terminen Woche für Woche, ein Ende absehbar.

Arzt: „Wir können die Behandlung abschließen, Ihre Werte sind bestens.“

Er bespricht mit ihr noch ein paar Dinge, füllt den Kurantrag aus und rät ihr in einem halben Jahr zur Kontrolle zu kommen.

Über so lange Zeit ist sie in die Praxis gefahren und hat mit ihm, während er gespritzt hat, über alles Mögliche gesprochen, vom Wetter, vom Urlaub usw.. Es war immer eine heitere, lockere Atmosphäre.

Jetzt  schaut sie ihn an und spricht tatsächlich aus, was sie in dem Moment denkt:

„Aber warum fühle ich mich trotzdem nicht wirklich besser?“

Dabei schießen ihr plötzlich und unerwartet Tränen in die Augen.
Er bemerkt es und reicht ihr verständnisvoll ein Taschentuch.

„Bei mir finden Sie immer ein offenes Ohr. Sie müssen jetzt an sich denken, nur das tun und machen, was Ihnen gut tut.“

Er schaut sie mit einem auffordernden Blick an, der bedeutet zu reden.

Sie beginnt zaghaft und merkt dabei, dass sie ihm vertraut, dass sie reden möchte, dass der Augenblick und die Stimmung dafür gegeben sind.
Doch dann, gerade als sie beginnt sich zu öffnen, als sich etwas in ihr öffnet, klopft es an der Tür.
Die Schwester gibt ein Zeichen, das Wartezimmer ist voll, die Besprechungszeit schon überschritten.

Das war eindeutig, beide erheben sich gleichzeitig und gehen zur Tür. Er gibt der Schwester noch kurz Anweisungen wegen des Kurantrages und schon ist er hinter der nächsten Tür verschwunden, ohne ein Wort, ohne sie anzusehen, ohne sich zu verabschieden.
Sie steht für ein paar Sekunden da wie angewurzelt, schaut ihm noch nach, verabschiedet sich von der Schwester und geht.
Dann steigt sie in ihr Auto, dreht die Musik laut auf und fährt zum Einkaufen. Das Leben muss ja irgendwie weitergehen.

Die Tränen in den Augen sind getrocknet, der Körper offiziell für gesund erklärt, nur ihre Seele weint still weiter.

Am Abend holt sie die Stimmung wieder ein. Sie weiß, es ist noch lange nicht vorbei und ihr fällt sinngemäß ein Spruch aus dem Thomasevangelium ein, welchen ein Freund ihr einst ans Herz legte:

„Wenn du hervorbringst, was in dir ist, wird das, was du hervorbringst, dich retten. Wenn du nicht hervorbringst, was in dir ist, wird das, was du hervorbringst, dich zerstören.“

Schon damals dachte sie dazu:

„Solange ich mich nicht selbst lebe, nicht lebe, was ich in meinem Herzen trage, nicht folge, wo es mich hinzieht, solange wird die Zerstörung und Krankheit wüten.“

Bis heute fragt sie sich:

„Warum nur ist es so schwer?“