Durchlässig

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Manchmal fällt
mitten ins Vermissen
ein Wort,
ein Lächeln,
ein Gedanke –
dann wird dir
warm ums Herz
und Sehnsucht
brennt Löcher
in die Stille der Nacht.
Wie durchlässig das Glas,
wenn Liebe
deine Seele streichelt,
dich aufnimmt,
wie eine Feder
aus gebrochenen Flügeln
und dich wieder
zum Fliegen bringt.
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Stranden

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Es ist Herbst, süße Melancholie
wabert Nebelschwaden gleich
durch feuchtkühle Luft –
noch immer träumst du
vom Glück gelichteter Tage,
die hell durch deine Seele kreisen,
wie der freie Vogel,
der himmelweit schwebt,
federleicht und unbeschwert.

Doch bald legt klirrender Frost
deine zitternde Seele schlafen,
langsam verblassen Farben,
wie aus deinem Haar gekämmt –
nur der Liebe ewige Brandung
schlägt hohe Wellen
und lässt dein sehnendes Herz
lichtdurchflutet stranden.
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Körperlos

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Körperlos kamst du
mich im Schlaf besuchen.
Ich sah nur die Weite des Himmels.
Mein Blick verlor sich
im Nichts eines Traumes,
bis ich dich spürte ganz nah.
Ein Hauch, ein Kuss,
meine Lippen bebten
und deine Wärme hüllte mich ein,
wie in ein Kleid aus Rosenblättern
voller Liebe und Duft.
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Wann…

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Die Tage fahren Achterbahn.
Das Herbstlicht erhellt ein wenig den Dunstkreis.
Ein Rotkehlchen mit süßen Knopfaugen schaut mich an.
Es wirkt so zart und zerbrechlich,
aber hüpft fröhlich über die Wiese.

Wann bin ich das letzte Mal fröhlich über eine Wiese gerannt,
vielleicht um den Sonnenstrahl einzufangen oder meine Träume –

Hand in Hand mit dir,
lachend, wie Himmelskinder,
in deren Augen sich
Mond und Sterne spiegeln
und die Welt sich dreht
im Glück des Beieinanderseins,
für diesen einen Moment.
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