Hoffnungsstilles Sein

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Matt schimmernd
spiegelnde Seele
im Fluss der Tränen –

hinfort spülend
all die Traurigkeit
verbrauchten Lebens –

gereinigter Augenblick
zeigt sich dem Morgen
im neuen Farbenkleid –

kurz fallend die Maske
trügerischen Abbilds
zerronnener Schatten –

wegweisend erscheint
klares Seelenbild
im reflektierten Licht –

Aufbruch und Wandel
ewiges Sehnen
in hoffnungsstillem Sein
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Sternenblick

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Ein Blick ins Sternenmeer
ist wie ein Blick in die Unendlichkeit,
wie ein Schweben durchs Weltall,
durch Raum und Zeit –
wie ein Traum, der mich durchzieht,
indem die Sterne fallen,
an mir vorbei und durch mich durch –
oder
wie ein Fallen durch den Sternenraum,
tiefer und tiefer, schneller und schneller,
wie ein Sog ins uferlose Nirgendwo –
bis mich ein Leuchtstern
hält und fängt
und seine Lichtspur mich
auf neue Wege bringt.
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Kindheitserinnerung

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Als Kind fuhr ich gerne Schlittschuhe, drehte kleine Pirouetten und fühlte mich in meiner Fantasie wie eine kleine Eisprinzessin. Damals wurde im Freibad das Wasser im Winter nicht abgelassen und das Bad war frei zugänglich. Es gab noch lange, frostige Winter, sodass alles zu dickem Eis gefror. Tagsüber hatte ich nicht so viel Freude, denn viele Kinder waren unterwegs auf dem Eis, spielten Eishockey oder liefen im Kreis ihre Runden oder schlitterten einfach so mit Schuhen übers Eis. Da hatte ich kaum Platz, um meiner Fantasie freien Lauf zu lassen, in diesem lärmenden Gewusel.

Also wartete ich oft, bis die Dämmerung einsetzte und fuhr am liebsten abends im Dunkeln. Da war ich ganz allein auf dem Eis. Das Dorf schien schon zu schlafen, es war kaum jemand unterwegs bei der Kälte. Dick eingemummelt machte ich mich auf den Weg. Manchmal schien der Mond ganz hell und ein klarer Sternenhimmel über mir versetzte mich in eine andere Welt. Ich lief und drehte mich auf dem Eis und übte kleine Kunststücke, sodass ich die frostig, klirrende Kälte kaum wahrnahm. Alles war wie eine Zauberwelt, in die ich eintauchte. Ein bisschen gruselig war es auch, so allein im Dunkel und der Kälte, alles schien so still, einsam und verlassen. Aber die Angst konnte mich nicht besiegen, eher dann doch die Kälte und die Ermahnung meiner Eltern, nicht so lange zu bleiben.

Irgendwann geht alles vorbei und ich musste mich auf den Nachhauseweg machen, froh, beschwingt und glücklich und irgendwann ist auch die Kindheit und Unbeschwertheit vorbei, aber die schönen Erinnerungen bleiben.
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Schneeschmelze

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Kannst du wie ich
die Schneeschmelze spüren
in deinem Inneren,
sowie den leichten Windzug
tanzender bunter Schmetterlinge,
wenn du still, bibbernd vor Kälte
durch glitzerndes Weiß stapfst
und dein Herz eine Spur zieht
entlang des fernen Horizonts?
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Traumversunken

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Traumversunken lausche ich
dem Lied in mir,
schaue Farben in Schattierungen,
brenne lichterloh im Gefühl
der Verlorenheit eines nie
dagewesenen Augenblicks,
indem ich mich wieder
und wieder finde –
wie eine Erinnerung
aus längst vergessener Zeit,
wie eine Umarmung des Glücks,
wie eine Regung der Seele
äonenlang eingebrannt
und eine Spur zeichnend
durch Zeit und Raum.
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Kleiner Vogel

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Flieg kleiner Vogel –
bald weicht die Kälte
und Wärme legt sich
nieder in dein Federkleid.
Sing kleiner Vogel –
dein Lied ist glockenrein
und klingt hoffnungsvoll
in empfänglichen Seelen.
Flieg kleiner Vogel –
ich schaue dir hinterher,
meine Tränen benetzen
einen endlosen Traum,
mit deinen Flügelschlägen
in offene Weite getragen.
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Ein Hauch Fantasie

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Sehnsucht fließt in seichtem Wasser,
umspült moosbedeckte Steine,
dringt in unbekannte Tiefen,
um zu verweilen, sich auszudehnen –
allumfassend klopft sie an Herzenstüren
und lockt Liebe aus dunklen Verstecken
ans Licht.
Liebe, die auf glitzernden Wellen
im Ozean des Lebens zu tanzen beginnt,
an Land gespült, um zu ankern –
im Dasein, im Hier,
in jedem Augenblick neu,
Herz und Seele erfasst.
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Wandel

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Manchmal ahne ich schon
den Frühling in mir,
mitten in der Winterzeit –
oder ist es eher der Wunsch,
der in mir wohnt,
wartet und hofft
auf neues Erblühen,
Wärme und Licht.
Möchte Kälte, Dunkel
und Schatten fliehn
und weiß doch,
das alles ist
und zu seiner Zeit
ewig wandelnd,
ineinander übergreifend
im Kreislauf des Seins
erscheint und vergeht.
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