Letzte Worte

Es war die erste milde Sommernacht, die sie so sehr liebte. Sie ging in den Garten und genoss die Milde, das hereinbrechende Dunkel der Nacht, die ersten funkelnden Sterne am Himmelszelt. Ganz versunken in ihre Stimmung begann sie ein fragendes Selbstgespräch lautlos in Gedanken zu führen.
„Wenn es so lau ist, dann werde ich nicht müde oder doch. Ich weiß nicht. Jedenfalls mag ich dann nicht schlafen gehen. Meine Stimmung ist dann so anders. Vielleicht auch nicht immer, aber heute ist es so. Lange habe ich auf so eine milde Nacht gewartet, dabei bin ich so melancholisch gestimmt. Kann man darauf warten? Kann man das wollen? Eigentlich ja nicht oder doch?“

Dann formten sich Worte zu Papier:

Wehmut hat mich ergriffen,
ein Sehnen seit ewiger Zeit,
weiß nicht, was ist geschehen,
ein Gefühl, es macht sich breit.
Es fängt an Bände zu sprechen,
kann es nicht mehr bremsen,
es schreit hinaus in die Welt,
bahnt sich Wege durch Dickicht
mit einer Wucht, die nichts mehr hält.

Es waren ihre letzten geschriebenen Dichterworte, bevor die große Stille einbrach…………….

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5 Kommentare zu “Letzte Worte

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