Besondere Begegnungen Teil 1

Wie bereits unter ‚Anfang‘ angedeutet, möchte ich ‚besondere Begegnungen‘ hervorheben. Im Laufe meiner virtuellen Lebensreise habe ich einige nähere Kontakte geknüpft, die ich hier so nach und nach beschreiben möchte, weil sie gewissermaßen mein Leben bunter gemacht haben oder nachdenklicher oder mich bereichert haben und einiges mehr………..

Jemand ganz besonders, ich nenne ihn hier mal den ‚Philosophen‘, habe ich vor einigen Jahren in einem Philosophieforum kennengelernt, wie die meisten Kontakte übrigens. Ich hatte dort ein Thema eröffnet. Er tauchte als neuer User in diesem Forum auf und stieg gleich ziemlich intensiv in dieses Thema ein. Bereits mit seinem ersten Kommentar spürte ich, dass dieser jemand etwas ganz Besonderes ist und seine Art und Weise zu schreiben, sprach mich sehr an. Bis wir mit persönlichem Mail Austausch begannen verging eine sehr lange Zeit, da schrieb er schon lange nicht mehr im Forum. Ich glaubte schon gar nicht mehr daran, jemals wieder etwas von ihm zu hören. Doch dann ganz überraschend fing ein Austausch an, erst sehr zaghaft, vorsichtig.  Es ging hauptsächlich um philosophische Themen. Für mich eröffnete sich eine Art des Philosophierens und Nachdenkens, wie ich es bis dahin nicht kannte. Aber es war nicht nur das, da war noch etwas anderes, Zurückhaltung und Offenheit zugleich, Nähe und Distanz im ständigen Wechsel. Ich hatte von Anfang an Vertrauen in ihn, das kann ich nicht beschreiben wieso und mein Vertrauen wurde nie enttäuscht. Zwischen uns hat sich eine wunderbare, besondere Schreibfreundschaft entwickelt, die für mich auch oft sehr berührend ist. Während ich hier so schreibe merke ich, dass ich gar nicht so viel darüber schreiben kann, ein Zuviel wäre fehl am Platz.

Das, was ich mit diesem Post zum Ausdruck bringen möchte ist, dass es sehr wohl über virtuellen Austausch sehr viel Nähe und Verbundenheit geben kann, die sehr ehrlich und authentisch ist und sogar zu Wachstum und wichtigen Erkenntnissen im eigenen Leben führen kann. Vielleicht klingt das für jemanden, der diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, etwas merkwürdig. Es kann Begegnungen geben, die sehr in die Tiefe führen. Meiner Erfahrung nach, kommt es nicht darauf an, ob ein Gespräch oder ein Kennenlernen, direkt stattfindet oder virtuell, um sich nah zu sein, sich wahrzunehmen, sich zu schätzen, sich zu mögen usw.. Am wichtigsten ist die Ehrlichkeit und die Offenheit mit der sich zwei Menschen begegnen, es kommt nicht darauf an mit den Ohren zu hören oder den Augen zu sehen, sondern wie es so schön heißt: mit dem Herzen, der Seele, seinem Wesen, wie auch immer es jemand bezeichnen möchte.

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6 Kommentare zu “Besondere Begegnungen Teil 1

  1. Hallo Ariana.

    Eine recht ähnliche Entwicklung gab es bei mir. Es war kein Philosophieforum, sondern ein Forum zum Thema Schamanismus. Das Forum existiert schon seit Jahren nicht mehr und diese Foren sind für mich meist ähm…: „Philosophie mit anderen Mitteln“.

    Briefe schreiben…Meine Eltern haben sich zwar recht viel um mich gekümmert, doch mein Mitteilungsbedürfnis war…

    Es gab damals, als ich Kind war, verschiedene „Heftchen“ zu kaufen, die immer mit dem Satz endeten: „Fortsetzung folgt“. Meine ältere Schwester „durfte“ mir daraus vorlesen und dieses „Fortsetzung folgt“… die Erleichterung für sie… 😉

    Und so kam ich noch vor Einschulung auf die Idee, selbst Bildgeschichten zu schreiben. Ich faltete aus Papier „Heftchen“, bekritzelte sie mit Zeichnungen und kritzelte etwas darunter, was der Text sein sollte… Und das las ich dann vor bis zum: „Fortsetzung folgt!“… 😉

    Briefe an meine Eltern habe ich keine geschrieben. Das Briefeschreiben setzte bei mir erst in der Pubertät ein… 😉

    Doch später, wenn mir der Austausch fehlte, da habe ich Brieffreundschaften gehabt, die teils über Jahre gingen. – Es war eben die Zeit vor dem Internet.

    Liebe Grüße,
    Frank

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    • Hallo Frank,

      beim Briefe schreiben bzw. heutzutage auch Mails schreiben, kann ich meine Gedanken besser sortieren, kann besser ausdrücken, was ich wirklich sagen möchte ohne dass mir jemand dazwischen quatscht oder mich platt quatscht, denn leider erlebe ich das so immer wieder in meinem Umfeld. Ich bin nicht so schlagfertig beim Reden und habe auch eher eine leise Stimme. Lehrerin hätte ich z.B. nie werden können oder nie Reden halten. Das ist ein Grund, weshalb ich gerne schreibe, aber genauso gerne habe ich auch reale gute Gespräche, in denen genügend Raum zum gegenseitigen Zuhören und Sprechen gegeben ist.

      Liebe Grüße
      Ariana

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      • Hallo Ariana.

        Das Briefeschreiben gibt es bei mir nur noch sehr selten, wobei ich mich über Post freue.

        Ich telefoniere lieber, wobei es auch sehr auf den Gesprächspartner ankommt. Das liegt aktuell allerdings sicher auch daran, daß mir Ansprache fehlt.

        Und ich bin mit den Jahren wählerisch geworden mit wem ich zu tun haben möchte und mit wem nicht.

        Und das gemeinsame Tun fehlt mir; ja das fehlt mir besonders.

        Gut, ich wohne erst ein Jahr in Marsberg, da kann ich nicht allzuviel erwarten.

        Das Reden gehörte zu meinem Beruf als Sozialarbeiter, ebenso wie das Zuhören.

        Viele meiner Jobs waren Dozententätigkeit bei Bildungsträgern.

        Und doch…Das beste „Gespräch“ in den letzten Monaten hatte ich mit einem Waschbären. – Tiere können zwischen den Zeilen lesen…
        Ich hatte Futternäpfe mit Haferflocken vor der Glastür meiner Terrasse aufgestellt. Es war Nacht. Wieder einmal konnte ich nicht schlafen, saß an dem kleinen Tisch vor dieser Glastür mit Zigarette bewaffnet und mit Cappucino – und da kam er… Er schaute zu mir hoch und fing dann an zu fressen. Die Wasserschale neben den Futternäpfen hatte er schnell leer getrunken und so wagte ich es die Tür zu öffnen. Der Waschbär wich zurück, lief aber nicht fort. Ich füllte die Futternäpfe und die Wasserschale und setzte mich wieder an meinen Tisch bei geöffneter Tür.
        Der Waschbär kam und fraß weiter. Wir verbrachten einige Zeit zusammen, bis er in die Nacht verschwand… Das beste Gespräch seit Jahren…

        Liebe Grüße,
        Frank

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  2. Guten Morgen.

    Eine ganze Weile sitze ich nun schon vor Deinem Text; er ist ja biografisch.

    … Biografisch… Das ist für mich immer wie eine besondere Reise und Reisen?…

    Wir sind uns ja jetzt schon öfter über das Bloggen begegnet und auch das sind manchmal Reisen für mich: Reisen zu dem, was wir sehen, zu dem, was wir denken, zu dem, was wir hören, wenn es ein Musikbeitrag ist und im Video geschieht das sogar auf mehreren Ebenen.

    Manchmal sind diese Reisen nur kurz und dann wieder ist da das Gefühl von Dauer… Und bei „Dauer“?…

    „Philosophieforum“ habe ich bei Dir gelesen und „Austausch“ und „Nähe“ und die entscheidende Überschrift: „besondere Begegnungen“…

    Es ist seltsam, wie sich virtuelle Begegnung entwickeln kann.

    So kenne ich einen Menschen,
    der sehr viel biografisch schreibt;
    den eine, mit mir konkret befreundete Person, persönlich kennt;
    dem ich aber nie begegnet bin
    und mit dem ich nur einmal telefoniert habe…

    Das kurze Lesen und das gelegentliche gegenseitige Kommentieren ist hier die „Reise“… Tja…

    Liebe Grüße,
    Frank

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    • Hallo Frank,

      da hast du ja was rausgekramt von meinem Bloganfang hier. Ursprünglich hatte ich eine ganz andere Idee, wie ich hier bloggen wollte, aber dann nahm es doch irgendwie einen anderen Verlauf. Geblieben sind meistens kleine Texte/Gedichte (je nachdem wie es jemand sehen/lesen mag). Aber egal was man schreibt, wie man schreibt oder über welches Thema, es steckt meines Erachtens immer etwas von einem selbst drin, ob nun offensichtlich oder versteckt.
      Mittlerweile schreibe ich in Philoforen gar nicht mehr und lese dort auch nur noch ganz selten. Bloggen und in anderen Blogs lesen mag ich sehr.
      Begegnung kann überall sein, ob nun tatsächlich oder virtuell und beides hat Vor-und Nachteile. Virtuelle Begegnung ist für mich einfach nur eine andere Herangehensweise, vielleicht mehr Wahrnehmung ohne äußere Ablenkung, auch mehr Zeit und Ruhe, sich auf das Geschriebene und somit dem Schreiber einzulassen. Ich mags, hab schon als Kind meiner Mutter Briefe geschrieben, wenn ich gemerkt habe, sie hat keine Zeit sich auf ein Gespräch einzulassen, ich ihr aber unbedingt etwas erklären wollte. Oftmals habe ich die Erfahrung gemacht, dass im direkten Gespräch einen ins Wort gefallen wird, es kein richtiges Zuhören gibt usw. und plötzlich ist man ganz woanders im Gespräch, wo man überhaupt nicht hin wollte und das, was man sagen wollte ist weg, untergegangen, wie auch immer.

      Liebe Grüße
      Ariana

      Gefällt 1 Person

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